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Königswiesen : Steganlagen nach fünf Jahren schon marode

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Eichenholzbohlen auf den Brücken, die von den Schleswiger Königswiesen in die Schlei führen, müssen für 62.000 Euro ausgewechselt werden.

Schleswig | Sie waren eine Zierde der Landesgartenschau 2008 – und sollten es eigentlich noch lange bleiben: die drei Steganlagen, die von den Königswiesen aus in die Schlei führen. Die unbehandelten Eichenholzbohlen aber haben nicht lange gehalten. An zahlreichen Stellen zeigen sich Risse. Einige Bretter haben sich verbogen. Nach diesem Winter sollen sie ausgewechselt werden. Die Kosten dafür beziffert Bauamtsleiter Frank Duwe auf 62 000 Euro. Darin inbegriffen ist allerdings auch die Erneuerung von Holzbohlen an der Schleipromenade vor der Anlegebrücke der „Wappen von Schleswig“ und am Kälberteich.

Bis zur Erneuerung können Spaziergänger die Anlagen unbesorgt betreten, versicherte Rathaus-Sprecherin Antje Wendt: „Die Bauaufsicht hat den Zustand der Stege kontrolliert, es geht keine Gefahr von ihnen aus.“ Der längste Steg ist die 50 Meter lange „Seebrücke“, die während der Gartenschau und seither auch bei den Wikingertagen als Bootsanleger dienen. Die 32 Pfähle, auf denen sie ruht, sind noch intakt.

Warum genau die Stege nur so kurze Zeit gehalten haben, kann Duwe noch nicht sagen. Mit Einzelheiten hält sich die Stadtverwaltung bislang zurück. Offenbar wird geprüft, ob man die Unternehmen und Planer, die am Bau beteiligt waren, in Regress nehmen kann.

Insgesamt investierte die Stadt in den Bau der Brücken 535 000 Euro. 70 Prozent dieser Summe wurden über Zuschüsse finanziert – und das macht die Erneuerung nun kompliziert. Denn die Stadt kann nicht nach Belieben auf ein anderes Material ausweichen. Duwe möchte nur ungern erneut unbehandeltes Eichenholz verwenden. „Dann besteht die Gefahr, dass die neuen Bretter genau so schnell wieder hinüber sind“, sagte er jetzt vor dem Bauausschuss. Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) wäre auf jeden Fall haltbarer. Ihn verwenden zum Beispiel die Stadtwerke für die neuen Bootsstege am Stadthafen.

Über so etwas kann die Stadt aber nur nach Rücksprache mit dem Kieler Innenministerium entscheiden. Denn die Förderbedingungen für die Landesgartenschau waren streng. Derzeit prüfe man in enger Abstimmung mit dem Ministerium, welche Gestaltungsmerkmale zwingend beibehalten werden sollten und ob man gegebenenfalls andere Materialien verwenden kann, um „eine nachhaltigere Gestaltung zu finden“, sagt Wendt. Auch der Landschaftsarchitekt Teja Trüper, der die Landesgartenschau und damit auch die Steganlagen gestaltete, ist in diesen Prozess eingebunden.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 07:45 Uhr

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