zur Navigation springen

Neues Wikingerschiff : Stapellauf für Haithabus Botschafter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

30 Händler kommen am Wochenende zur 15. Herbstmesse im Museum. Das neue Wikingerboot wird am Sonntag zu Wasser gelassen.

Noch liegt das Haddebyer Noor ruhig da und der Landungssteg im Wikingermuseum Haithabu ist verwaist. Doch das wird am Wochenende vorbei sein. Dann wird im Rahmen der 15. Herbstmesse am Sonntag um 11 Uhr das neu gebauten Wikingerboot vom Stapel laufen und getauft. Nach fast 1000 Jahren gibt es damit wieder ein Wikingerboot „made in Haithabu“.

Diesem Moment fiebert nicht nur Ute Drews entgegen, die Leiterin des Wikingermuseums, sondern natürlich auch Bootsbauer Kai Zausch. „Ich hoffe, wir schaffen es, das Boot zu Wasser zu lassen, ohne dass es untergeht“, schmunzelt er. Eines könne er allerdings jetzt schon sagen: „Erfahrungsgemäß ist es am Anfang relativ undicht und nimmt Wasser auf. Aber wenn es zwei Wochen gelegen hat, sollte es für die nächsten Jahre superdicht sein.“

Der Weg ins Wasser wird dabei allein durch Manneskraft überwunden – die Mannschaft mit dem Boot ans Wasser laufen. Und das wiegt einiges. 800 Kilogramm dürften es sein, schätzt Zausch. Ganz untypisch für die Wikingerzeit wird das Boot danach getauft. Den Namen wollte Ute Drews allerdings noch nicht verraten, nur so viel: Da das Wikingerboot in fremden Häfen als Botschafter von Haithabu unterwegs sein soll, „wird sein Name ganz eng mit Haithabu verbunden sein“.

Der Stapellauf wird der Höhepunkt einer sehr erfolgreichen Saison sein. So spricht Claus von Carnap-Bornheim, der leitende Direktor des Archäologischen Landesmuseums, von „guten Steigerungen in den Besucherzahlen“. Mit derzeit 130 000 Besuchern habe man ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Und wir haben noch ein starkes Wochenende vor der Brust“, betont Pressesprecher Frank Zarp. Zumal anders als sonst die Wikingerhäuser während der diesjährigen Herbstmesse noch geöffnet sind.

Doch nicht nur das ist eine Neuheit, auch unter den Händlern wird immer wieder für Abwechslung gesorgt. So baut erstmals ein Glashandwerker aus Polen seine Waren in den Räumen des Museums auf. „Er wird Waren mitbringen, die schon früher mit dem Osten gehandelt wurden“, erklärt Ute Drews. Zudem würden Kräuter und Gewürze auch in Salbenform angeboten, die sich mit Hilfe der Archäobotanik in die Wikingerzeit einordnen lassen. Auch ein Goldschmied wird neu dabei sein, ebenso wie ein Spanschachtelmacher aus Schweden. Insgesamt sind fast 30 Händler vertreten.

Die Herbstmesse ist morgen und am Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Über beide Tage verteilt finden Vorträge sowie Spaziergänge über das historische Gelände von Haithabu statt. Für den Stapellauf am Sonntag um 11 Uhr hoffen die Veranstalter auf besonders großes Interesse.

 

zur Startseite

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen