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Schleswig : Stadtweg: Alle zwei Minuten ein Blitzer

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach einer Radarkontrolle im verkehrsberuhigten Stadtweg müssen 111 Autofahrer mit einem Bußgeld rechnen.

Die blauen Spielstraßen-Schilder stehen schon seit mehr als 20 Jahren am Übergang zwischen Stadtweg und Lollfuß. Hier gilt Schrittgeschwindigkeit. Doch die Erfahrung zeigt: Außer Fahrschülern hält sich daran fast niemand. Das könnte sich nun ändern. Bisher wurde praktisch nie ein Autofahrer zur Rechenschaft gezogen, der mit 30, 40 oder gar 50 km/h in den Stadtweg hineinfuhr. Bis zum vergangenen Donnerstag. Da bauten die Verkehrsüberwachungs-Mitarbeiter der Kreisverwaltung am frühen Morgen um 6.15 Uhr ihr mobiles Messgerät hier auf. Dreieinhalb Stunden lang war der Blitzer scharf gestellt. Gestern teilte die Kreisverwaltung das Ergebnis mit: Alle zwei Minuten schnappte die Radarfalle zu, insgesamt 111 Mal – bei 392 Autos, die in dieser Zeit vorbeifuhren. Das schnellste Fahrzeug war mit 54 km/h unterwegs. Der Fahrer muss nun mit einem Monat Fahrverbot rechnen.

Dass nicht noch viel mehr Autofahrer nun mit einem Bußgeld rechnen müssen, dürfte vor allem zwei Gründe haben. Erstens haben die Kreis-Mitarbeiter den Begriff „Schrittgeschwindigkeit“ ausgesprochen großzügig ausgelegt. Der Begriff ist nicht genau definiert. In der Vergangenheit haben Gerichte die Grenze mal bei 5 und mal bei 10 km/h gezogen. Am Donnerstag war das Messgerät so eingestellt, dass es erst bei 19 km/h ausgelöst wurde. Zweitens waren viele Autofahrer dank einer Radiomeldung gewarnt.

Aber auch in den folgenden Tagen ist der Verkehr langsamer als sonst durch den Stadtweg gerollt. Ein bekanntes Phänomen, sagt Kreis-Sprecherin Martina Stekkelies. „Dort, wo geblitzt wird, fahren die Autofahrer anschließend vorsichtiger.“ Der Kreis Schleswig-Flensburg hat erst seit dem vergangenen September ein eigenes Blitzgerät. Vorher hatte im Kreisgebiet ausschließlich die Polizei Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen. Der Kreis-Blitzer wird nun immer wieder an Stellen aufgebaut, die die Polizei bislang weniger im Visier hatte – jedoch immer in Abstimmung mit der Polizei. Insbesondere vor Schulen und Kindergärten kommt das Gerät in Einsatz. Nach diesem Kriterium sei auch der verkehrsberuhigte Bereich im Stadtweg ausgewählt worden, sagt Martina Stekkelies und verweist auf die Nähe zur Domschule und zur Lornsenschule.

Die verhängten Bußgelder fließen übrigens in den Kreis-Haushalt. Für das laufende Jahr sind Einnahmen in Höhe von 400  000 Euro einkalkuliert.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 10:32 Uhr

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