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Schleswiger Nachrichten

19. August 2017 | 00:51 Uhr

Schleswig : Stadthafen als Fisch-Umschlagplatz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Holmer Fischer könnten ihren Fang bald im eigenen Kühlhaus zwischenlagern. Das Projekt könnte mit Geldern von der Aktiv-Region und aus dem Legat Sonntag finanziert werden.

Es wäre eine weitere Bereicherung für den Schleswiger Stadthafen. Darin sind sie sich sowohl die Vertreter der Stadtwerke als auch der Holmer Fischer einig. Und deshalb stehen die Chancen nicht schlecht, dass künftig nicht nur Segelyachten und Wohnmobile das Bild des Hafens prägen, sondern auch Fischerboote und ihr Fang. Denn der soll, so sehen es zumindest erste Pläne vor, möglichst schon ab dem kommenden Jahr direkt in Schleswig angelandet und zwischengelagert werden.

„Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, könnte östlich des Hafenspeichers ein neues Kühlhaus gebaut werden“, sagt Wolfgang Schoofs. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, die den Stadthafen betreiben, spricht sich klar für diese Idee aus und hat dafür, wie er betont, auch positive Signale aus dem Stadtwerke-Aufsichtsrat erhalten. Denn es wäre der nächste Schritt dahin, das Areal weiter zu beleben. „Den Hafen wieder gewerblich zu nutzen, als Umschlagplatz für die hiesigen Fischer, das hätte durchaus Charme – auch mit Blick auf den Tourismus“, sagt Schoofs. Schließlich sei es für viele Menschen spannend, wenn ein Fischer mit seinem Boot einläuft und seinen Fang auslädt.

Dass dem so ist, weiß auch Jörn Ross. Der Ältermann der Holmer Fischerzunft ist auch deshalb begeistert von der Idee, ein Kühlhaus für sich und seine Kollegen direkt im Stadthafen zu bauen. „Wo Fischerei in den Häfen ist, da ist auch Leben“, sagt er. Bislang muss er allerdings den Fisch, den er nicht direkt in Schleswig an Privatkunden oder Gastronomen verkauft, mit eigenen Anhängern nach Kappeln zum Lager der Fischerei-Genossenschaft fahren. „Das ist wegen der langen Anfahrtswege mit sehr viel Zeitaufwand verbunden“, sagt Ross. In der Heringssaison, wenn täglich größere Fangmengen zusammenkommen, hält zudem oftmals ein Kühl-Lkw an der Kaimauer auf der Freiheit und transportiert den frischen Fisch von dort aus nach Dänemark. Zwei Arbeitsabläufe, mit denen die Holmer Fischer auf Dauer nicht zufrieden sind. Deshalb liebäugeln sie bereits seit Jahren mit dem Bau eines eigenen Kühlhauses.

Dabei allerdings spielt die Finanzierung die zentrale Rolle. Deswegen waren anfangs angedachte Alternativstandorte wie etwa am Netzetrockenplatz schnell aus dem Rennen. Denn hier hätte man eine ganz neue Infrastruktur schaffen müssen. Und obwohl am Stadthafen bereits Kräne und Steganlagen vorhanden sind, können die Fischer aus eigenen Mitteln die Pläne auch hier nicht realisieren. Deshalb sollen nun über die Aktiv-Region EU-Mittel akquiriert werden (siehe Infokasten rechts). Zwar stehen die Chancen auf einen positiven Bescheid gut, allerdings werden die endgültigen Richtlinien für die neue Förderperiode zurzeit noch in Brüssel verhandelt. Ein Ergebnis wird nicht vor dem Spätsommer erwartet. „Erst wenn das alles durch ist, können wir an die endgültige Planung gehen. Zum Beispiel müssen wir dann einen Architektenwettbewerb ausschreiben“, sagt Schoofs. Da die Aktiv-Region Projekte jedoch immer nur anteilig fördert (in der Regel zu 50 Prozent), müssten noch weitere Mittel beschafft werden. Dabei denken sowohl Schoofs als auch Ross an Gelder aus dem sogenannten „Legat Sonntag“. Denn das Erbe eines wohlhabenden Hamburger Ehepaars, das von der Stadt Schleswig verwaltet wird, soll ausschließlich dem Wohl der Schleswiger Fischer dienen.

Diese haben derweil schon ein Raumkonzept erarbeitet, das neben dem Kühlhaus (mit einer Kapazität von einer großen Lkw-Ladung), in dem der Fisch bis zu drei Tage in einer Art Wasserbad gelagert werden kann, Platz für einen Lager- sowie einen Büroraum vorsieht. Zudem ist eine Garage für einen Gabelstapler vorgesehen.

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erstellt am 18.Mär.2015 | 12:15 Uhr

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