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Schleswiger Nachrichten

24. August 2017 | 05:19 Uhr

Schleswig : Stadt zahlt für die Turmfassade

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

17,3 Millionen Euro fließen in den nächsten fünf Jahren in die Domsanierung – 450 000 Euro davon kommen aus dem Schleswiger Haushalt

Drei Pastoren arbeiten als Referenten in der Bischofskanzlei in der Plessenstraße. Einer von ihnen ist Andreas Hamann. Er ist nur für ein einziges Thema zuständig: die Sanierung des St.-Petri-Doms. Es ist ein Vorhaben, das die Arbeit von Bischof Gothart Magaard und seinem Team auf Jahre hinaus bestimmen wird.

Ein erstes wichtiges Etappenziel ist jetzt erreicht: Die Finanzierung steht. Andreas Hamann war persönlich zur Sitzung der Ratsversammlung im Ständesaal des Rathauses erschienen, um die nötige Überzeugungsarbeit zu leisten. Doch das war gar nicht nötig. Fraktionsübergreifend stimmten alle Ratsmitglieder der Vorlage zu, die die Kulturausschuss-Vorsitzende Babette Tewes (Grüne) vorgestellt hatte. Demnach beteiligt sich die Stadt Schleswig mit 450  000 Euro an den Sanierungskosten. Tewes sprach von einem „Kleinod hier in der Stadt“, das es zu bewahren gelte.

Widerspruch erntete sie nur für ihre Einschätzung, dies sei ein „kleiner Betrag“ angesichts der 17,3 Millionen Euro, die die Bauarbeiten insgesamt verschlingen wird. Für die hoch verschuldete Stadt Schleswig seien 450  000 Euro absolut kein kleiner Betrag, wandte die Finanzausschuss-Vorsitzende Steffanie Hildebrandt (CDU) ein. Doch auch sie sprach sich dafür aus, diese Summe aufzubringen.

Die Stadt hatte die Summe schon vor mehr als zwei Jahren in Aussicht gestellt. Die Bereitschaft der Stadt Schleswig, sich an der Finanzierung zu beteiligen, galt als mit ausschlaggebend für die Entscheidung des Bundes, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen. Der Bund hatte im vergangenen Sommer 8,65 Millionen Euro bewilligt. Den Rest zahlen das Land und die Nordkirche.

Im Mittelpunkt der Sanierung, die im nächsten Jahr beginnen soll, steht die Fassade des Domturms. Dass hier dringend etwas geschehen muss, das sieht jeder Kirchgänger, der die Kathedrale durchs Westportal betritt. Seit mehr als fünf Jahren schützt ein Gerüst über dem Eingangstor die Besucher vor herabfallenden Ziegelstücken, die sich aus der Fassade lösen. Der Turm, der erst 1894 an das frühmittelalterliche Bauwerk angebaut wurde, war von Anfang an ein Sorgenkind. Die ersten Mängel traten schon kurz nach der Fertigstellung auf. Bei einer umfassenden Sanierung in den 1950er Jahren wurden Ziegel verwendet, die sich als nicht frostsicher herausstellten. Auch durch den Mörtel drang immer wieder Wasser ins Gemäuer ein. Dies führte dazu, dass die Fassade nun bröckelt.

Von den 17,3 Millionen Euro, die insgesamt für die Sanierung zur Verfügung stehen, sollen aber nur 13,3 Millionen für den Turm verwendet werden. Die übrigen vier Millionen Euro sind für Arbeiten im Inneren des Doms sowie in der Fürstengruft vorgesehen.

Bischofsreferent Andreas Hamann erklärte in der Ratsversammlung, dass die Arbeiten bis 2022 beendet sein sollen. Bis dahin dürfte der Domturm für längere Zeit weithin sichtbar unter einem Baugerüst verschwinden.

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erstellt am 22.Feb.2017 | 16:28 Uhr

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