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Domschule Schleswig : Stadt verteidigt Obergrenze

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am nächsten Mittwoch ist Sondersitzung des Schulausschusses: Die CDU will alle abgelehnten Fünftklässler aufnehmen. Die SPD ist dagegen, SSW und Grüne beraten noch.

Soll der Aufnahmestopp an der Domschule aufgehoben werden? In einer Woche stimmt der Schulausschuss im Rathaus über diese Frage ab – und das Ergebnis ist völlig offen. Wie berichtet, waren 142 Kinder für die fünfte Klasse im kommenden Schuljahr angemeldet worden, das Gymnasium hat aber nur 116 Plätze. 26 Kinder bekamen also eine Absage.

Wenn der Schulausschuss am nächsten Mittwoch, 13. April, um 16 Uhr im Rathaus zur Sondersitzung zusammentritt, steht ein Antrag der CDU-Fraktion auf der Tagesordnung, allen angemeldeten Schülern den Besuch der Domschule zu ermöglichen. Die Stadtverwaltung hat dazu eine klare Stellungnahme abgegeben: Sie empfiehlt den Ausschuss-Mitgliedern, den Antrag abzulehnen. Der zuständige Fachdienstleiter Robert Kischkat verweist darauf, dass der Schulausschuss sich erst im vergangenen September mit den Aufnahmemöglichkeiten der weiterführenden Schulen beschäftigte und niemand eine Änderung in Erwägung gezogen habe.

Dabei hatte es schon in den vergangenen Jahren an der Domschule mehr Anmeldungen als Plätze gegeben. Diese Entwicklung hat sich verstetigt, seitdem die Eltern zwischen dem G9-Modell an der Domschule und dem G8-Modell an der Lornsenschule wählen können. Jahr für Jahr entscheiden sich deutlich mehr Eltern für die Domschul-Variante mit dem Abitur nach der 13. Klasse.

Nach wie vor gilt aber ein Beschluss der städtischen Gremien, dass die Domschule maximal vierzügig sein soll, während die Lornsenschule bis zu sechs Parallelklassen haben darf. Das möchte auch die CDU mit ihrem aktuellen Antrag nicht ändern. Die Christdemokraten wollen die Kapazitätsgrenze an der Domschule nur für dieses Jahr aufheben.

Grüne und SSW haben sich noch nicht festgelegt, wie sie abstimmen werden. Für eine Mehrheit bräuchte die CDU beide kleinen Fraktionen, denn die Position der SPD ist klar: „Der CDU-Antrag ist ist nichts weiter als Populismus – in der Sache wenig hilfreich und führt nur zu Problemen“, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Dose. „Die Domschule ist nun mal auf eine Vierzügigkeit ausgerichtet, das betrifft insbesondere den gerade erst neu errichteten Fachraumtrakt, die Sporthalle und auch die Mensa.“

Ähnlich argumentiert auch die Stadtverwaltung. Nach der Einweihung des Fachraumtraktes sind zwar neun bisherige Fachräume für Biologie, Chemie und Physik zu Klassenräumen umgebaut worden, allerdings seien gleichzeitig die vier Containerklassen auf dem Sportplatz und die beiden angemieteten Räume im Gemeindehaus St.-Michaelis-Süd weggefallen.

Dieselben Probleme stellten sich auch schon im vergangenen Jahr. Damals hatte es 129 Anmeldungen gegeben, also 13 mehr, als die Domschule Plätze hat. Die Eltern der abgelehnten Kinder legten Widerspruch ein – und hatten damit Erfolg. In Abstimmung mit der Stadt als Schulträger und mit dem Kieler Bildungsministerium richtete die Domschule daraufhin ausnahmsweise eine zusätzliche fünfte Klasse ein, ohne dass es dazu einen Beschluss des Schulausschusses gegeben hätte.

Auch in diesem Jahr laufen die Widerspruchsverfahren der betroffenen Eltern unabhängig von der Sondersitzung im Rathaus. Die zuständige Referentin im Bildungsministerium hat zwar schon im Februar in einem Schreiben an Domschul-Leiter Georg Reußner mitgeteilt, dass es bei der Obergrenze von 116 Schülern bleibt, was aber dem Vernehmen nach nicht ausschließt, dass noch einmal eine Ausnahme gemacht wird.

Die CDU regt in ihrem Antrag „flexible Regelungen“ an, um das Platzproblem zu lösen, das entstehen würde, wenn die Domschule regelmäßig mehr als vier Parallelklassen einrichten würde. Die Außenstelle der Lornsenschule in der früheren Pestalozzischule in der Lutherstraße (LoZ) könnte zum Beispiel auch als Außenstelle der Domschule betrieben werden, argumentieren Fraktionschef Holger Ley und die CDU-Schulexpertin Susanne Ross. Von dieser Idee hält man in der Stadtverwaltung jedoch nicht viel. Die Domschule wolle das LoZ gar nicht übernehmen, heißt es dort. Die Lornsenschule werde das Gebäude in absehbarer Zeit zwar auch nicht mehr benötigen, es gebe aber auch „nichtschulische Möglichkeiten einer Nachnutzung“.

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erstellt am 05.Apr.2016 | 07:57 Uhr

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