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Schleswig : Stadt sucht nach Alternative zum Theaterzelt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Kulturausschuss berät in einer Sondersitzung über die Übergangs-Spielstätte.

von
erstellt am 16.Jun.2016 | 07:36 Uhr

Es wird zunehmend unwahrscheinlich, dass das Landestheater und das „Heimat“-Varieté in den kommenden beiden Jahren in einem Theaterzelt spielen werden. Nachdem die Ratsversammlung die Entscheidung Ende Mai zunächst vertagt hatte, tritt nun der Kulturausschuss am Donnerstag, 7. Juli, um 17 Uhr auf Antrag des SSW im Ständesaal zu einer Sondersitzung zusammen. Insbesondere die Vertreter von SPD und SSW hatten Bedenken gegen die Zeltlösung geäußert und dabei insbesondere auf die Interessen des Landestheaters verwiesen, dessen Generalintendant Peter Grisebach diese Variante ablehnt und lieber im Slesvighus bleiben möchte, bis das frühere Bundeswehr-Mannschaftsheim auf der Freiheit zum multifunktionalen Kulturhaus umgebaut ist und als Spielstätte für Theater und „Heimat“ dienen kann.

SSW-Ratsherr Rainer Wittek erhofft sich von der Sondersitzung des Kulturausschusses, dass vor einer Entscheidung noch einmal alle Beteiligten zu Wort kommen. Dazu zählt er neben Generalintendant Grisebach und „Heimat“-Macher Mario Hoff auch die Vertreter des dänischen Kulturverbands SSF als Eigentümer des Slesvighus. „Die Kommunikation zwischen Kommunalbetrieben und Landestheater scheint mir eingefroren zu sein“, meint Wittek. Die Kommunalbetriebe mit den Stadtwerken hatten das „Heimat“-Gebäude Ende des vergangenen Jahres für eine Million Euro gekauft, um damit im Auftrag der Stadt Schleswig sowohl dem Landestheater als auch der „Heimat“ dauerhaft eine Spielstätte zu sichern. Ein Lenkungskreis mit Vertretern aus der Kommunalpolitik hatte sich im Frühjahr für einen Vorschlag von Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs ausgesprochen, für die zweijährige Umbauzeit ein Theaterzelt anzumieten.

„Die Einwände des Landestheaters gegen eine Zelt-Lösung sind durchaus begründet“, meint jedoch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Bosholm und verweist darauf, dass es beim Ankauf des Mannschaftsheims nicht in erster Linie darum gegangen sei, das bisher privat betriebene „Heimat“-Varieté zu retten, sondern darum, dem Landestheater dauerhaft eine Spielstätte zu verschaffen.

Mit dem SSF hatte sich die Stadt bisher nicht darauf einigen können, den Mietvertrag für das Slesvighus zu verlängern. Die finanziellen Vorstellungen lagen zu weit auseinander. Wittek meint jedoch, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Derzeit steht eine Jahresmiete im Bereich von 200  000 Euro im Raum. Das wäre dieselbe Summe, die auch für ein Theaterzelt veranschlagt wird. Allerdings wäre der Saal im Slesvighus zu klein für die großen Comedy-Abende der „Heimat“.

Die bisher diskutierte Variante, bei der die „Heimat“ vorübergehend in eine Fahrzeughalle der Stadtwerke zieht, scheint inzwischen vom Tisch zu sein. Stattdessen suchen Stadt und Kommunalbetriebe jetzt nach einer Alternative – nach einer großen Halle irgendwo in der Stadt, die sowohl den Anforderungen der „Heimat“ als auch des Landestheaters gerecht wird und die für zwei oder drei Jahre angemietet werden könnte. Dabei soll es bereits eine Immobilie geben, die in der engeren Wahl ist. Auch CDU-Fraktionschef Holger Ley, der sich bisher klar fürs Zelt ausgesprochen hat, kann einer solchen Lösung einiges abgewinnen.

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