zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

12. Dezember 2017 | 05:15 Uhr

Schleswig : Stadt stoppt Pläne fürs Holmer Noor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Es wird im Holmer Noor wohl keinen Naturerlebnisraum mit Wanderweg und Aussichtsplattform geben. Umweltschützer sind enttäuscht.

von
erstellt am 24.Mär.2015 | 07:58 Uhr

Wie das Ungeheuer von Loch Ness taucht es alle paar Jahre auf der Agenda der Schleswiger Kommunalpolitik auf: das Holmer Noor. Im vergangenen September hatte Bürgermeister Arthur Christiansen dem Bauausschuss ein Konzept für einen Naturerlebnisraum vorgelegt. Das Holmer Noor, die 22 Hektar zwischen Altstadt und Freiheit, sollten zu einem beliebten Ausflugsziel werden.

Jetzt wird der Plan wieder begraben. Wenn die Mitglieder des Bauausschusses am kommenden Dienstag um 15 Uhr zusammentreten, dann liegt auf ihren Tischen die Empfehlung der Stadtverwaltung, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen, und zwar auch mit Blick auf die angespannte Haushaltslage. In den ersten Konzepten war von Kosten in Höhe von 175  000 Euro die Rede. Die Stadt Schleswig sollte davon 70  000 Euro tragen.

Bei den Beratungen im vergangenen Herbst hatte insbesondere die SPD-Fraktion massive Bedenken angemeldet. Der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Bosholm meinte, die geplanten Maßnahmen trügen weder zur Verbesserung des Holmer Noores noch zur Lebensqualität in der Stadt bei. Das Thema war zwei Mal vertagt worden. Zuletzt hatte der Ausschuss den Bürgermeister beauftragt zu klären, ob die Stadt für reine Naturschutz-Maßnahmen Geld vom Kreis Schleswig-Flensburg bekommen kann, dessen Topf mit Ausgleichszahlungen für Eingriffe in die Natur als gut gefüllt gilt. Diese Klärung ergab nun: Es gibt kein Geld. Die Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Geld vom Land hätte es nur für die große Lösung gegeben, die den Erlebnischarakter des Noores betont hätte. Neben einem neuen Wanderweg war unter anderem eine Aussichtsplattform vorgesehen.

Fritz Laß von der Interessengemeinschaft Umweltschutz (IGU) zeigt sich enttäuscht. Er kämpft seit Jahren dafür, das Holmer Noor stärker als bisher zugänglich zu machen. „Ich war zwar nicht in allen Punkten mit dem Konzept für den Naturerlebnisraum einverstanden“, sagt er, „aber es war eine große Chance. Den Schleswigern entgeht jetzt eine schöne Spazierstrecke direkt an der Innenstadt.“ Er müsse aber zur Kenntnis nehmen, dass „die Mehrheitsverhältnisse im Rat im Moment andere sind“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen