Schleswig : Stadt steht finanziell besser da als erwartet

Seit 2010 ist bei der Stadt Schleswig ein Defizit von rund acht Millionen Euro aufgelaufen. Geplant waren 20 Millionen Euro.

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27. Juni 2014, 12:15 Uhr

Die Schuldenlast der Stadt Schleswig steigt weiter. Anfang des Jahres lag sie bei 14 Millionen Euro. Zum Jahresende dürfte sie bei rund 16 Millionen liegen. Das war die schlechte Nachricht, die Stadtkämmerer Helmut Stoltenberg auf der Sitzung des Finanzausschusses überbrachte. Aber es gab auch andere Neuigkeiten: In den vergangenen Jahren hat sich die Haushaltslage nicht so negativ entwickelt wie erwartet. Stoltenberg präsentierte die vorläufigen Jahresergebnisse der vergangenen Jahre. Wegen der Umstellung der Haushaltsführung auf das so genannte Doppik-Verfahren liegen sie erst jetzt vor und sind ab 2011 auch noch nicht endgültig. In jedem Jahr seit 2010 fiel das Minus der Stadt deutlich niedriger aus als geplant. Teilweise liege das an höheren Steuereinnahmen, teilweise aber auch an fehlenden Erfahrungswerten für den Doppik-Haushalt. Seit 2009 ist ein Defizit von 8,2 Millionen Euro aufgelaufen. Wären die ursprünglichen Erwartungen eingetroffen, hätte das Defizit bei rund 20 Millionen gelegen. 2011 schloss die Stadt Schleswig sogar mit einem Plus von 1,5 Millionen Euro ab.

Diese Defizite sind nicht zu verwechseln mit den tatsächlichen neuen Schulden. Vielmehr stellen sie die Vermögensentwicklung der Stadt dar. So wirken sich zum Beispiel auch Abschreibungen und Rückstellungen für zukünftig zu zahlende Pensionen negativ aus.

Stoltenberg trat im Finanzausschuss ebenso wie Bürgermeister Arthur Christiansen auf die Euphoriebremse. Die Entwicklung sei zwar günstiger als befürchtet, es bleibe aber bei beträchtlichen Defiziten. Christiansen erneuerte seine Ankündigung, städtische Immobilien zu verkaufen.

Im Vergleich zu vielen Nachbarstädten steht Schleswig mit seinen 15 Millionen Euro Schulden noch relativ gut da. In Husum waren es im vergangenen Jahr 26 Millionen Euro, in Rendsburg 36 Millionen. Während aber andere Städte längst begonnen haben, die Schulden der vergangenen Jahre abzubauen, steigen sie in Schleswig weiter. Die Ratsversammlung wird im Juli einen Nachtragshaushalt beschließen, der das Ergebnis nochmals um 800 000 Euro verschlechtert. Vor allem, weil die Erschließung des Baugebiets am Berender Redder teurer wird.

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