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Team Vivendi bestätigt Verhandlungen : Stadt Schleswig will östliche Freiheit kaufen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf der zwölf Hektar großen Fläche sollen Baugrundstücke entstehen. Die Stadtwerke sind dabei in der Vermittlerrolle.

von
erstellt am 14.Dez.2016 | 06:29 Uhr

Es tut sich was auf der Freiheit. Am Montag hatte die Ratsversammlung mit dem Beschluss für den Anbau eines Theatersaals an das „Heimat“-Gebäude den Weg für das geplante Kulturhaus im neuen Stadtteil endgültig geebnet (wir berichteten). Nun rücken die Flächen östlich und nördlich des ehemaligen Bundeswehr-Mannschaftsheimes in den Fokus. Wie die SN aus Kreisen der Politik erfuhren, wollen Stadt und Stadtwerke ein etwa zwölf Hektar großes Areal von der Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi kaufen. Dem Vernehmen nach sollen dort größtenteils Grundstücke für Mehrfamilienhäuser entstehen. Die auf dem Areal noch verbliebenen vier Wohnblöcke würden möglicherweise erhalten bleiben, um den Charakter als ehemalige Kaserne zu wahren – ähnlich wie auf der „Carlshöhe“ in Eckernförde.

„Team Vivendi steht in Verhandlungen mit den Stadtwerken Schleswig über Grundstücke im östlichen Teil der Freiheit“, bestätigte Michael Radtke, Sprecher der Entwicklungsgesellschaft, gestern auf SN-Nachfrage. Näher wollte er sich nicht äußern.

Auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs räumte entsprechende Gespräche ein. Er erklärte, dass er an Team Vivendi herangetreten und sein Interesse an den Flächen bekundet habe. „Unsere Grundmotivation war, dass wir einen Platz für unseren Schiffskran suchen und zudem im nördlichen Teil des Geländes Wasser fördern wollen.“ Da die Eigentümergesellschaft aber keine einzelnen Grundstücke verkaufen wolle, bleibe nur die Option, das gesamte Areal zu erwerben, erklärte Schoofs, der zugleich betonte: „Es liegt im Interesse der Stadt, die Flächen der Freiheit zügig zu entwickeln.“ Zum möglichen Kaufpreis machte er keine Angaben.

Zurückhaltender äußerte sich Bürgermeister Arthur Christiansen gegenüber den SN. Er teilte schriftlich lediglich mit: „Alle Bemühungen und Anstrengungen, die darauf gerichtet wären beziehungsweise dazu beitragen würden, dass die Stadt als Konzern (Stadt und Stadtwerke) die Hand auf die Grundstücke auf der Freiheit legt, würden immer in die richtige Richtung gehen.“ Die Politik steht einhellig hinter dem Vorhaben, das Gelände zu kaufen. Das jedenfalls bestätigte gestern CDU-Fraktionschef Holger Ley.

Tatsächlich gibt der neue Stadtteil jenseits der A.P.-Møller-Schule ein tristes Bild ab und ist Politik und Verwaltung seit Langem ein Dorn im Auge. Die Träume von einem Binnenhafen zwischen dänischer Schule und „Heimat“-Gebäude sind längst zerplatzt, und auch die Pläne, auf der jetzigen Brachfläche ein Pflegeheim zu bauen, liegen derzeit auf Eis. Östlich des Mannschaftsheimes, das die Stadtwerke vor einem Jahr gekauft hatten, tut sich ebenfalls nichts – sieht man einmal davon ab, dass Team-Vivendi-Geschäftsführer Volker Schlüschen in diesem Herbst die ehemalige Heimstätte des FKKZ abreißen ließ.

Unklar ist, ob die Kommunalbetriebe anstelle der klammen Stadt wieder als Käufer auftreten werden. Während das beim ehemaligen Mannschaftsheim der Fall war (Kaufpreis: eine Million Euro) und von der Politik einhellig begrüßt wurde, gestaltet sich die Situation diesmal anders. Schließlich geht es um die Entwicklung eines Stadtteils – was nicht gerade zu den originären Aufgaben eines Versorgungsunternehmens zählt. Offenbar zeigen hier auch die Erfahrungen mit dem Kauf der Schmid-Villa Wirkung. Der Deal hatte den Stadtwerken seinerzeit eine Menge Kritik eingebracht. Denkbar ist stattdessen, dass die Stadt eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft gründet, die sich der Flächen annimmt. „Wir sind nur in der Rolle des Vermittlers“, stellte Stadtwerke-Chef Schoofs klar.

Der Kaufvertrag könnte dem Vernehmen nach im ersten Quartal des neuen Jahres unterzeichnet werden.

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