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„Schleswig 2016“ : Stadt-Marketing setzt auf Wikinger

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Neue Strategie zur Weiterentwicklung Schleswigs. Alleinstellungsmerkmal soll stärker betont werden.

Die „freundliche Kulturstadt“ hat ausgedient – es lebe die „Wikingerstadt“: Wenn es nach Stadtmanagerin Monika Siegel geht, könnte Schleswig schon bald mit einem neuen Slogan und dazu passendem Image werben – und auf diesem Weg mehr Gäste, mehr Investoren und langfristig auch mehr Einwohner an die Schlei locken. Das geht aus der Strategie zur Weiterentwicklung der Stadt mit dem Titel „Schleswig 2016“ hervor, das Siegel gestern im Hauptausschuss erstmals öffentlich vorstellte.

Entwickelt wurde das Papier, um die Arbeit des 2009 gemeinsam von der Stadt, dem Verein Schleswig-Paten und den Schleswiger Wirtschaftsvereinigungen ins Leben gerufene Stadtmanagement für die nächsten Jahre auszurichten. Heraus kam eine Strategie, die als „roter Faden“ für die Weiterentwicklung der ganzen Stadt dienen könnte. Das zumindest hofft Axel Sörensen. Der Geschäftsführer von Solar-Technik Nord (STN) ist aktiver Schleswig-Pate und Teil der Arbeitsgruppe, die das Konzept „Schleswig 2016“ erarbeitet hat. Gestern stellte er es gemeinsam mit Monika Siegel vor – und sprühte dabei förmlich vor Enthusiasmus. „Wir müssen die Stadt positiv und mit gebündelten Kräften vermarkten. Wenn uns das besser als bisher gelingt, bin ich überzeugt davon, dass das Produkt Schleswig auch für neue Investoren attraktiv wird“, meinte Sörensen.

Im Mittelpunkt einer entsprechenden Strategie soll dabei das Betonen des Alleinstellungsmerkmals Schleswigs stehen: das Thema Wikinger. Andere Städte würden krampfhaft nach Marken suchen und diese entsprechend konstruieren. „Wir hingegen haben eine, und zwar exklusiv. Das ist eine Riesenchance, daran kann sich die ganze Stadt festhalten“, betonte Sörensen, der in dieser Hinsicht auch Rückendeckung von der Ostseefjord Schlei GmbH erhalte. So gehen erste im Konzept festgehaltene Ideen dahin, nicht nur einen neuen Slogan, sondern auch ein neues Logo für die Stadt zu entwerfen, in das Wikinger-Attribute integriert werden sollen. Hinzu könnten neue Begrüßungsschilder, mehr Wikinger-Veranstaltungen oder etwa Schaufenster-Aktionen kommen. „Wir stellen uns vor, zumindest für Slogan und Logo einen Ideenwettbewerb anzuschieben, damit am Ende etwas richtig Gutes herauskommt“, sagte Siegel.

Zum Hintergrund der Marketing-Offensive erklärte Axel Sörensen, dass andere Städte in der Region – Husum, Eckernförde, Flensburg – seit Jahren konsequent daran arbeiteten, ihre Attraktivität zu steigern. In dieser Konkurrenzsituation müsse man zudem auf den Strukturwandel oder auch Leerstände reagieren, um den Anschluss und damit Kaufkraft und Investoren nicht zu verlieren. „Dabei hat doch kaum eine andere Stadt so viel Potenzial wie Schleswig“, betonte der erfolgreiche Unternehmer mit Blick auf die geographische Lage zwischen den Meeren und direkt an der Schlei.

Bürgermeister Arthur Christiansen lobte die Initiative der Wirtschaft, mit dem Konzept ein „Aufbruchsignal“ zu geben und appellierte an alle Beteiligten, also Politik, Verwaltung, Gewerbe, Tourismus und Bürger, an einem Strang zu ziehen, um die Stadt wieder nach vorne zu bringen. „Es ist wie im Sport: Wenn man gewinnen will, gewinnt man auch – am besten im Team.“ Genau wie ein Großteil der Ausschussmitglieder bedauerte Christiansen, dass man es bislang versäumt habe, die Alleinstellungsmerkmale Schleswigs konsequent zu betonen und versprach seine volle Unterstützung, das zu ändern.

In den kommenden Wochen soll an dem Konzept weiter gefeilt werden. Auch Sponsoren sucht das Stadtmanagement noch, um „Schleswig 2016“ in den kommenden Jahren konsequent umzusetzen. Bislang steht Monika Siegel und ihrer Mitarbeiterin ein Budget von rund 98 000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

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erstellt am 20.Mai.2014 | 07:04 Uhr

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