Ausweich-Spielstätte : Stadt ebnet den Weg für Theaterbühne im Slesvighus

Sydslesvigs Forening (SSF) bekommt 600 000 Euro als "Pacht im Voraus" für die Sanierung des Saals im ehemaligen Hotel Skandia

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07. Dezember 2011, 09:54 Uhr

Schleswig | Die Entscheidung fiel einstimmig und hinter verschlossenen Türen: In nichtöffentlicher Sitzung hat der städtische Hauptausschuss am Montagabend beschlossen, dem Sydslesvigs For ening (SSF) 600 000 Euro zu überweisen. Mit dem Geld soll der Kulturverein der dänischen Minderheit den großen Saal in seinem "Slesvighus" sanieren, dem früheren Hotel Skandia. Im Gegenzug kann das Landestheater den Saal drei Jahre lang für seine Schauspiel-Aufführungen nutzen. So lange wird es mindestens dauern, bis ein neues Theatergebäude als Ersatz für das einsturzgefährdete Stadttheater steht.

"Wir haben eine Lösung gefunden, mit der alle Seiten zufrieden sind", sagte der Hauptausschuss-Vorsitzende Holger Ley (CDU) gestern gegenüber unserer Zeitung. Formal zahlt die Stadt das Geld als Pacht im Voraus. Gerechnet auf drei Jahre entspricht die Summe einer Monatsmiete von 16 667 Euro für den großen und den kleinen Saal und einige Nebenräume. Verglichen mit anderen Sälen, die zur Debatte standen, sei das günstig, sagte Ley.

Jetzt liegt der Ball beim SSF. Die Sanierung des seit zwölf Jahren leer stehenden Saals wird voraussichtlich 1,2 Millionen Euro kosten. Das Geld hat der Verein derzeit nicht. SSF-Generalsekretär Jens Christiansen zeigt sich aber zuversichtlich, die Finanzierung in den kommenden Wochen zu stemmen. Dazu will sich der Verein unter anderem von seiner Immobilie im Lollfuß 69 trennen. Bislang gibt es keinen Käufer.

Der Saal des Slesvighus bietet Platz für 300 Gäste. Das sind 200 weniger als im alten Stadttheater. Zum Ausgleich plant das Landestheater, mehr Schauspiel-Vorstellungen zu geben. Für Opern- und Ballettaufführungen wird das Schleswiger Publikum weiterhin nach Rendsburg oder Flensburg fahren müssen. Das Schleswig-Holsteinische Sinfonieorchester soll auch künftig im Foyer der A.-P.-Møller-Schule auf der Freiheit spielen.

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