Vereine in Not : Sportverbände rücken zusammen

Landessportverbandspräsident Hans-Jakob Tiessen und Rainer Detlefsen, Vorsitzender des Kreissportverbandes, verstanden sich beim ersten Treffen auf Anhieb.
Landessportverbandspräsident Hans-Jakob Tiessen und Rainer Detlefsen, Vorsitzender des Kreissportverbandes, verstanden sich beim ersten Treffen auf Anhieb.

Der Vorstand des Landessportverbandes (LSV) bekräftigte in Schleswig die Forderung nach einer Beteiligung an Glücksspiel-Erlösen. Rund 2,3 Millionen Euro könnten landesweit unter anderem für Sportstätten eingesetzt werden.

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09. Juli 2014, 11:44 Uhr

Ohne Sportvereine ist Jugendpflege nicht denkbar. Allein im Kreis Schleswig-Flensburg sind rund 62 000 Menschen in Vereinen organisiert, viele von ihnen auch ehrenamtlich engagiert. Sie leisten in einer Gesellschaft, die gerade an junge Menschen immer höhere Ansprüche stellt, einen unverzichtbaren Beitrag. In diesem Punkt waren sich die Teilnehmer des Kommunaldialogs von Kreis- (KSV) und Landessportverbandes (LSV) in Schleswig einig. Und auch darin, dass die Aktivitäten der Vereine ohne ausreichend ausgestattete Sportstätten nicht möglich sind. Daher bekräftigte LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen seine Forderung von der LSV-Beiratstagung, zu der am 21. Juni 100 Spitzenfunktionäre nach Kiel gekommen waren: Ein Drittel der Landeseinnahmen aus dem Sportwetten-Geschäft sollen an die Vereine im Land gehen. „Wir sprechen von rund 2,3 Millionen Euro im Jahr. Damit ließe sich die Situation der Vereine im Land deutlich verbessern“, betonte Thiessen.

Zur Optimierung der Arbeit und der eigenen Angebote sollen die Vereine künftig stärker voneinander lernen. Dabei wollen KSV und LSV gemeinsam helfen. Denn auch dazu diente das Treffen im Gebäude des Domschulruderclubs. Thiessen: „Es ist uns ein besonderes Anliegen, mit den Kreissportverbänden in einen unmittelbaren Dialog zu treten, um aus erster Hand die Wünsche, Sorgen und Herausforderungen der Vereine zu erfahren.“

KSV-Vorsitzender Rainer Detlefsen und Landrat Wolfgang Buschmann hatten einiges im Gepäck, was der LSV-Vorstand für die weiteren geplanten Treffen mit Kreisvorständen nutzen können. So beispielsweise den Einsatz von sieben hauptamtlichen Kreissportlehrern, die den ländlichen Vereinen helfen, verlässliche Angebote aufrechtzuerhalten. Vor zehn Jahren waren es allerdings noch zwölf. Auch die Sportförderung durch den Kreis, die derzeit neu verhandelt wird, unterliegt schließlich den herrschenden Sparzwängen.

Auch bei der Ausbildung von Jugendleitern liegt der Kreis Schleswig-Flensburg landesweit an der Spitze. Die Zusammenarbeit von KSV und Kreisjugendring zahlt sich hier aus und ist aus Sicht Tiessens vorbildlich. Schließlich sieht dieser auch in den vom KSV organisierten und inzwischen von vielen Vereinen kopierten großen Zeltlagern ein wichtiges Element, um Kinder und Jugendliche an die Vereine heranzuführen und Integrationsarbeit zu leisten. Man müsse sich schließlich darüber im Klaren sein, so Tiessen, dass Sportvereinen zunehmend auch jugendpflegerische Funktionen zufielen. Gewaltprävention, Inklusion und die Integration von Migranten seien zudem nicht nur Herausforderung, sondern auch ein wichtiges Mittel für die Vereine, das eigene Überleben zu sichern. Das gelte vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ebenfalls für die Umstellung vieler Angebote – und letztlich auch der Sportstätten – auf Bedürfnisse einer älter werdenden Klientel.

Als große Herausforderung für die Sportvereine gestaltet sich auch der Wandel der Bildungslandschaft. Ganztagsangebote an Schulen erschweren es, Kinder und Jugendliche in das Vereinsleben einzubinden. Daher setzt der LSV auch hier auf den Ausbau von Kooperationen. Über die stärkere Einbindung der Sportvereine in offene Ganztagsangebote sei man mit dem Bildungsministerium im Gespräch.

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