zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2017 | 09:01 Uhr

Schleswig : Spielmannszug mit Zukunftssorgen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Traditionsverein klagt über immer weniger Nachwuchs. Die Mitglieder wählen Sönke Smrz erneut zum Vorsitzenden.

Der Spielmannszug Schleswig von 1949 ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der städtischen Vereinskultur. Jetzt haben sich die Vereinsmitglieder wieder zur Jahresversammlung getroffen – und dabei auch über einen neuen Vorstand abgestimmt. Der Posten des ersten Vorsitzenden bleibt – wie in den vergangenen 20 Jahren – in den Händen von Sönke Smrz. „Ich kann mit Stolz behaupten, der Vorsitzende mit der längsten Amtszeit der Vereinsgeschichte zu sein“, sagt Smrz, der mittlerweile seit 35 Jahren Mitglied ist. Zweiter Vorsitzender wurde Martin Kratzsch. Bei den Jugendvorständen kommt Marcel Waldhecker neu dazu und gesellt sich damit zu Julia Behrendsen.

Der Verein kann fürs vergangene Jahr auf insgesamt 45 Auftritte zurückblicken, davon allein 18 Laternenumzüge, viele mit mehreren hundert Teilnehmern. Doch obwohl er mit seinen insgesamt 28 aktiven Mitgliedern, darunter hauptsächlich Jugendliche, noch durchaus gut dasteht, scheint die Zukunft des Vereins ungewiss: „Das größte Problem ist der Nachwuchsmangel“, erzählt Sönke Smrz. 2015 habe es bloß vier neue Interessenten gegeben, nur einer davon ist tatsächlich geblieben. Wenn das so weitergehe, so Smrz, könne man für nichts garantieren. „Es wäre wirklich schade, wenn wir irgendwann aufhören müssten. Und was wäre etwa ein Schützenfest ohne Spielmannszug?“

Als Gründe für den geringen Nachschub spielfreudiger Jugendlicher sieht der Vorsitzende unter anderem die Ganztagsschule, aber auch die große Konkurrenz durch andere Vereine. „Sport ist bei Jugendlichen meistens populärer“, so Smrz, „dabei haben wir auch einiges zu bieten.“ Das Mindestalter für den Vereinseintritt ist acht Jahre, der Mitglieds-Jahresbeitrag beträgt lediglich vier Euro, zudem werden Instrumente wie auch Uniformen kostenlos gestellt. „Man kann bei uns ohne Vorerfahrung ankommen und ein Instrument erlernen. Wir haben außerdem einen Ausbilder vom Musikerverband, der Anfängern das Notenlesen beibringt“, sagt Sören Smrz. Der Spielmannszug nutzt ausschließlich traditionelle Instrumente wie Querflöte, Lyra und Trommeln. Zum Repertoire gehören neben Märschen auch immer mehr populäre Stücke.

Fragt man die Mitglieder, gefällt ihnen an ihrem Verein das Zusammengehörigkeitsgefühl am besten. „Die Atmosphäre ist sehr familiär, und man ist auch außerhalb des Vereins eng befreundet“, sagt der zweite Vorsitzende Martin Kratzsch. Das findet auch Madeline Köpnick (17), die seit fast einem Jahr regelmäßig aus Oeversee zur Probe kommt: „Hier steckt wirklich Leidenschaft am Musikmachen dahinter – und das macht einfach Spaß.“

Der Verein probt zweimal in der Woche, dienstags von 18 bis 20 Uhr in der Bruno-Lorenzen-Schule und freitags von 17 bis 19 Uhr in der Wilhelminenschule. Man arbeite derzeit daran, ausschließlich in der Sporthalle der Wilhelminenschule zu proben. Smrz: „Wir haben uns vor einigen Wochen den Schülern vorgestellt, und sowohl die Kinder als auch die Schulleitung schienen begeistert. Vielleicht wird daraus ja noch eine feste Zusammenarbeit.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen