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Schleswiger Nachrichten

16. Dezember 2017 | 08:07 Uhr

Bollingstedt : Spielerisch durch Wald und Wiese

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Umweltpädagogin Andrea Thomes geht mit Kindern und Erwachsenen in der Region auf Entdeckungstour. Besonders beliebt ist ihre Fledermaus-Pirsch.

Seit fünf Jahren arbeitet die Biologin und Umweltpädagogin Andrea Thomes für den Förderverein Mittlere Treene und den Naturschutzverein Obere Treenelandschaft. In dieser Zeit hat sie für ihre vielseitigen Angebote große Anerkennung erfahren. Mit ihren umweltpädagogischen Themen und Aktivitäten ist sie gern gesehener Gast in den Kitas und Schulen der Ämter Eggebek, Arensharde und Oeversee.

Zu jeder Jahreszeit lässt sie sich etwas einfallen: Im Frühjahr geht es auf die Suche nach Frühlingsboten wie Frühblühern, Kaulquappen und den ersten Singvögeln. Im Sommer erforscht sie mit Schülern – ausgerüstet mit Becherlupen, Keschern, Wannen und Gläsern – die Lebensräume Wasser, Wald und Wiese, und im Herbst stehen oft die Bäume im Mittelpunkt. Jungen und Mädchen werden von der 55-jährigen Flensburgerin dann sogar zu „Baumdetektiven“ ausgebildet. Im Winter dann steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Tiere diese Jahreszeit eigentlich überstehen – als Energiesparer, Schlafmütze oder als Auswanderer? Oder es heißt: „Von Moränen, Mammuts und Minusgraden“, wobei Thomes die Entstehung Schleswig-Holsteins verdeutlicht. In der warmen Jahreszeit begibt sich Thomes auch mit Kita-Kindern auf die Pirsch, streift mit den Kleinen auf der Suche nach Waldwesen durch das Unterholz. Aus im Wald herumliegenden Dingen entsteht dann schnell mal ein Zwergendorf, oder es geht mit „Plitsch“ und „Platsch“, den beiden Wassertropfen, auf „Wassermatscher-Erkundungstour“.

Thomes gehen die Ideen nie aus. Die Begeisterung der Kinder jedes Alters, die an ihren Angeboten teilnehmen, zeigt, dass sie sich auf alle Altersgruppen sehr gut einstellen kann – und was mit am wichtigsten ist: Man merkt ihr bei ihren zahlreichen Touren durch Wald und Wiese die Freude am Umgang mit Kindern und dem, was sie ihnen vermittelt, deutlich an.

Erwachsenen bleiben die Abenteuer-Ausflüge, die bis auf wenige Ausnahmen alle kostenlos sind, da Thomes vom Umweltministerium des Landes und von den drei Ämtern finanziell unterstützt wird, nicht vorenthalten: Im Sommer gibt es auch für sie einige Angebote. Regelmäßig lädt sie etwa zur Besichtigung des „Archeparks am Treenetal“ und der „Heide Tüdal“ ein. Beide Gebiete sind Militärliegenschaften, die nun für Naturschutzprojekte genutzt werden.

Es gibt kaum eine Tour mit Thomes, bei der keine Spiele angeboten werden: Unter dem Motto „Fledermaus & Motte“ verwandelten sich Kinder in eine Fledermaus, mussten mit verbundenen Augen anhand von Klatschgeräuschen die Motten, also ihre Mitspieler, fangen. So bekamen alle einen guten Eindruck davon, wie Fledermäuse ihre Beute fangen – anhand von Ultraschallwellen und Echo-Ortung.

Auf dem Weg zur Mergelkuhle sagte Thomes plötzlich: „Wer zuerst eine Fledermaus entdeckt, erhält einen kleinen Preis.“ Schnell hatten die ersten Teilnehmer jedoch gleich mehrere auf einmal im Dunkeln ausgemacht. Die Taschenlampen wurden hervorgeholt. Thomes zeigte allen eine Wasser-, Zwerg- und Breitflügelfledermaus, und machte mit Hilfe eines Fledermaus-Spürgerätes, dem „Bat-Detektor“, sogar die Töne der Tiere hörbar.

Die Arbeit in der Natur ist ihre Leidenschaft. Andrea Thomes sagt: „Der Aufenthalt in der Natur, vor allem Begegnungen mit Tieren, haben mich schon seit meiner frühesten Kindheit fasziniert und in ihren Bann gezogen.“ Als Anerkennung für ihr Engagement erhielt sie gerade erst die gute Nachricht, dass ihr Vertrag um drei Jahre verlängert wurde.

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