Schleswig : SPD kämpft gegen Mitgliederschwund

Der Schleswiger SPD-Vorstand: (v.li.) Sönke Büschenfeld, Sönke Harders, Holger Groteguth, Eckhard Haeger, Birte Pauls, Immo Degner, Henrik Vogt, Jürgen Lorenzen, Maren Korban und Michael Manthey-Oye.
Der Schleswiger SPD-Vorstand: (v.li.) Sönke Büschenfeld, Sönke Harders, Holger Groteguth, Eckhard Haeger, Birte Pauls, Immo Degner, Henrik Vogt, Jürgen Lorenzen, Maren Korban und Michael Manthey-Oye.

Der Ortsverein zählt nur noch 131 Mitglieder. Genossen bestätigen Henrik Vogt als Parteivorsitzenden.

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02. Mai 2015, 07:05 Uhr

31 Jahre alt ist Henrik Vogt, der Mann an der Spitze des Schleswiger SPD-Ortsvereins. Ein vergleichsweise junger Parteivorsitzender. Dennoch mangelt es den Genossen an der Schlei an Nachwuchs, wie Vogt am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung im „Deutschen Hof“ deutlich machte. Nur noch 131 Mitglieder zählt der SPD-Ortsverein, vier weniger als Ende 2013 und satte 33 weniger als noch vor zehn Jahren. Der Altersdurchschnitt ist auf 62 Jahre gestiegen. „Diese Zahlen sollten uns zu denken geben und uns wachrütteln“, sagte Vogt. „Da gibt es nichts zu beschönigen.“

Vorstandsmitglied Birte Pauls verwies im Gespräch mit den SN darauf, dass alle Parteien mit Mitgliederschwund und Überalterung zu kämpfen hätten. „Es sterben zu viele Mitglieder“, meinte die Landtagsabgeordnete. Wie aber lassen sich junge Menschen für die Mitgliedschaft in einer Partei begeistern? „Jugendliche lassen sich am leichtesten über kurze, überschaubare Projekte ansprechen. Oft genug gewinnt man sie dann für die Partei“, so Pauls. SPD-Mitglied Professor Dr. Kurt Schietzel ist mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung eher skeptisch: „Wie soll man Jugendliche für Parteiarbeit gewinnen, wenn für sie der Spaß im Leben das Wichtigste ist?“

Henrik Vogt, der als Schulsozialarbeiter an der Domschule arbeitet und den Genossen seit 2013 vorsteht, wurde in der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Die Gewinnung neuer Mitglieder nannte er als „große Herausforderung“ für seine zweite Amtszeit. In der Öffentlichkeit wolle man künftig noch präsenter sein. Dazu trage zum Beispiel auch die Smartphone-App der SPD bei, erklärte Vogt.

Neben den Wahlen (siehe Info-Kasten) ging es auf der Versammlung natürlich auch um die drängenden Themen in der Stadt. „Die CDU-Fraktion hat die Zukunft Schleswigs als Theater-Standort grandios vergeigt“, sparte SPD-Ratsfraktionschef Stephan Dose dabei nicht mit Kritik am politischen Gegner. Jetzt gelte es, einen Beitrag zu leisten, damit die Landestheater GmbH als Ganzes überlebe. „Wir arbeiten daran, eine Spielstätte zu bieten. Eine Spielstätte – kein Theater“, bekräftigte er. Wo diese Spielstätte stehen und wie teuer sie werde, könne derzeit aber noch niemand sagen.

Zum Thema Schmid-Villa erklärte Dose, dass das eigentliche Projekt in der Diskussion um die geplante Bebauung des Areals ein wenig untergehe. „Es ist ein Projekt, das der Stadt neue Einwohner und mehr Steuereinnahmen bringt.“ Und darauf sei Schleswig mit seinem strukturellen Einnahmeproblem dringend angewiesen. Gleichwohl setzten sich die Genossen kritisch mit dem Kaufpreis von 2,3 Millionen Euro auseinander, den die Stadtwerke für die Villa gezahlt haben. Der frühere langjährige Ortvereinsvorsitzende Willi Probnow etwa meinte, die Höhe der Summe bedrücke ihn. „Das mag zu viel gewesen sein“, räumte Vorstandsmitglied und Ratsherr Jürgen Lorenzen ein. „Der eigentliche Fehler wurde aber vor 15 Jahren begangen, als die Stadt den Zugriff auf das Grundstück verloren hat.“

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