Bundestagswahl 2017 : SPD-Chef Ralf Stegner will doch nicht in Wahlkreis 1 kandidieren

Stegner
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Ralf Stegner.

Ringen um den Wahlkreis Flensburg-Schleswig: SPD-Landeschef Stegner wirft seinem Genossen Peddinghaus Stimmungsmache vor.

Unser Hauptstadtkorrespondent Hening Baethge von
03. Juli 2015, 13:17 Uhr

SPD-Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner will nun offenbar doch nicht bei der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Flensburg-Schleswig antreten. „Das hat mit der Realität nichts zu tun“, sagte Stegner den Schleswiger Nachrichten zu einem entsprechenden Bericht von vor zwei Wochen. Gleichzeitig warf er dem bei der letzten Bundestagswahl gescheiterten SPD-Kandidaten Dirk Peddinghaus vor, die Nachricht von der angeblichen Kandidatur lanciert zu haben, um gegen ihn Stimmung machen zu können.

„Es ist immer eine sehr schöne Sache, wenn man jemanden erklärt: Die wollen uns da einen von oben reinsetzen, aber ich bin euer Mann der Basis“, sagte Stegner. Damit habe man „immer gleich die Zustimmung an den Stammtischen“ – und so habe „der eine Kollege das gehandhabt, der sich darum bemüht hat, dass so ein Artikel in die Zeitung kommt“. Die Kritik ist offenkundig auf Peddinghaus gemünzt. Der hatte allerdings vor zwei Wochen auf die Frage unserer Zeitung, was er bei einer Bewerbung Stegners machen wolle, nur geantwortet: „Wenn ich mich entschließe zu kandidieren, dann werde ich mich auch nicht scheuen, gegen einen Herrn Stegner anzutreten.“

Dirk Penninghaus wäre auch gegen SPD-Chef Stegner angetreten.
Dirk Penninghaus wäre auch gegen SPD-Chef Stegner angetreten.

Stegner sagte nun, er werde nicht den Fehler des früheren CDU-Landeschefs Jost de Jager wiederholen. Der wollte, nachdem er den Einzug in den Landtag verpasst hatte, ebenfalls im Wahlkreis Flensburg-Schleswig für den Bundestag kandidieren und gegen die längst auserkorene CDU-Bewerberin Sabine Sütterlin-Waack antreten. De Jager gewann den Kampf um die Kandidatur zwar sehr knapp, zog sich aber kurz darauf dennoch aus der Politik zurück, weil er in seiner Partei zu wenig Rückhalt verspürte. Stegner erklärte nun, er wolle sich auf eine solche Konstellation nicht einlassen: „Sie können sicher sein, dass der Landesvorsitzende sich nicht in Situationen begibt, die ehemalige Landesvorsitzende von anderen Konkurrenzparteien gewählt haben – das sind nicht Modelle, die ich für zielführend halte“, sagte er. Ohnehin werde er erst nächstes Jahr entscheiden, ob er überhaupt für den Bundestag kandidieren wolle.

Peddinghaus war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Solleruper, der bei der Wahl 2013 mit 37,2 zu 42,5 Prozent der Erststimmen seiner CDU-Kontrahentin Sütterlin-Waack unterlag, will sich frühestens am Ende des Jahres entscheiden, ob er noch einmal als Kandidat antritt. Er ist anders als SPD-Bundesvize Stegner zweifellos ein Mann der Basis. Unumstritten ist der Berufsoffizier bei den Genossen im Kreis aber nicht. So ist Peddinghaus im Schleswiger Kreistag in die zweite Reihe gerückt. Und aus Reihen der SPD-Fraktion ist Kritik zu hören, dass er an seinem Mandat festhält, obwohl er die Woche über im brandenburgischen Strausberg stationiert ist. Peddinghaus selbst hält Beruf und Kreistagsarbeit trotz der Distanz von fast 500 Kilometern für vereinbar, wie er kürzlich gegenüber unserer Zeitung betonte.

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