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Bürgermeister gesucht : Spannung vor dem langen Wahlabend

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

20069 Schleswiger entscheiden am Sonntag über ihren neuen Bürgermeister. Fünf Kandidaten treten an: Arthur Christiansen, Thorsten Dahl, Ronny Haardt, Ingo Harder und Frank Neubauer.

Zur öffentlichen Wahlparty am heutigen Sonntag ab 18 Uhr im Rathaus bietet der Kinderschutz-Verein „Plan haben“ Snacks, Bier und Brause an. Die Mitglieder werden deutlich mehr Vorräte mitbringen müssen als bei den vergangenen Bürgermeisterwahlen. Denn alle Beteiligten richten sich auf einen langen Abend ein. Es könnte drei oder vier Stunden dauern, bis feststeht, welche der fünf Kandidaten in die Stichwahl einziehen – oder ob vielleicht sogar einer von ihnen gleich im ersten Anlauf die absolute Mehrheit auf sich vereint.

Beim letzten Mal vor sechs Jahren stand das Ergebnis bereits 40 Minuten nach Schließung der Wahllokale fest. Aber diesmal werden in den Wahllokalen zuerst die Stimmzettel für die Bundestagswahl ausgezählt, was wegen der Erst- und Zweitstimmen nicht ganz so schnell geht.

Zur dritten Bürgermeister-Direktwahl in Schleswigs Geschichte treten so viele Bewerber an wie noch nie. Der parteilosen Bürgermeister Thorsten Dahl strebt eine dritte Amtszeit an. SPD, SSW und Grüne schicken den bisherigen Handewitter Bürgermeister Arthur Christiansen ins Rennen. Der CDU- Ortsverbandsvorsitzende Frank Neubauer wird außer von seiner eigenen Partei auch von der FDP unterstützt. Für die Wählergemeinschaft BfB tritt Ingo Harder an. Außerdem stellt sich der unabhängige Bewerber Ronny Haardt zur Wahl.

Sollte ein Kandidat bereits morgen mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen, wäre er sofort gewählt. Erreicht niemand diese absolute Mehrheit, kommt es in vier Wochen, am 20. Oktober, zu einer Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten. Bei den beiden bisherigen Bürgermeisterwahlen hatte sich Thorsten Dahl jeweils in einer solchen Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten durchgesetzt. 2007 setzte er sich mit 52,9 Prozent gegen Dieter Schönfeld durch. Mit 61,8 Prozent fiel sein Sieg bei seiner ersten Wahl 2001 gegen Klaus Mangold deutlich klarer aus. Die CDU-Bewerber Caroline Schwarz (2001) und Sven Leder (2007) schieden jeweils im ersten Wahlgang aus. Dahls Vorgänger Klaus Nielsky war noch von der Ratsversammlung gewählt worden.

Bürgermeister- und Bundestagswahlen finden zwar gleichzeitig und in denselben Wahllokalen statt, aber nicht jeder, der bei der einen Wahl seine Stimme abgeben darf, darf dies automatisch auch bei der anderen. Zwei Gruppen dürfen den Bürgermeister wählen, aber nicht den Bundestag: Die 16- und 17-jährigen Jugendlichen und die EU-Ausländer. Eine Gruppe darf den Bundestag wählen, aber nicht den Bürgermeister: Neubürger, die erst seit weniger als sechs Wochen in Schleswig wohnen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Zahlen der Stimmberechtigten: 20 069 für die Bürgermeisterwahl und 19 486 für die Bundestagswahl.

Nahezu 2000 Schleswiger haben ihre Stimmen bereits per Briefwahl abgegeben. Das sind doppelt so viele wie bei der letzten Bürgermeisterwahl. Damals lag die gesamte Wahlbeteiligung in der Stichwahl bei 41,3 Prozent. Diesmal dürfte sie – auch wegen der Verbindung mit der Bundestagswahl – deutlich höher ausfallen.

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erstellt am 22.Sep.2013 | 07:45 Uhr

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