Awo Schleswig : Sozialladen muss umziehen

Das Schild vom Sozialladen in der Friedrichstraße musste aufgrund des Umzuges abgenommen werden: (v.l.) Maren Korban, Karl-Sigmund Kühl, Awet Kesete, Ibrahim Ahmad.
Das Schild vom Sozialladen in der Friedrichstraße musste aufgrund des Umzuges abgenommen werden: (v.l.) Maren Korban, Karl-Sigmund Kühl, Awet Kesete, Ibrahim Ahmad.

Nach drastischer Mieterhöhung: Awo verlegt Geschäft von der Friedrichstraße in die Bahnhofsstraße.

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30. November 2018, 17:30 Uhr

Mit zwei voll bepackten Tüten stand gestern eine Schleswigerin vor dem Sozialladen der Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Kann ich die Sachen hier abgeben?“ fragte sie – in der Friedrichstraße 31 geht das nun nicht mehr. Der Sozialladen musste innerhalb kürzester Zeit umziehen. Der Mietvertrag des Geschäftes lief zum Ende des Monats aus, und der neue Vermieter verlangte plötzlich mehr als das Doppelte für die Miete – für den Sozialladen nicht tragbar, sagt Maren Korban, die das Geschäft leitet.

Ursprünglich vermietete der Schleswiger Uwe Hahn das Geschäft an die Awo. „Er war ein unglaublich sozialer Mensch, der uns die Geschäftsfläche für wenig Geld vermietet hat. Er war zufrieden damit, dass die Kosten gedeckt sind“, erzählt Karsten Reimer vom Ortsverband der Awo. Nach dem Tod von Uwe Hahn übernahm ein Vermieter aus Leipzig und setzte neue, viel teurere Verträge auf. „In Leipzig ist es denen egal, ob es in Schleswig einen Sozialladen gibt oder nicht“, sagt Maren Korban. Zwar habe der Vermieter versucht, dem Sozialladen entgegenzukommen, die Einnahmen aus dem Laden und die Spenden reichten aber trotzdem nicht für die höhere Miete aus. Dadurch musste der Sozialladen innerhalb weniger Tage die ganze Fläche räumen. Doch wohin mit dem Inventar?

Maren Korban setzte sich Anfang der Woche ans Telefon und bekam spontan Unterstützung: „Ein Friedrichsberger Geschäftsmann machte uns direkt ein hochanständiges Angebot. Letztendlich entschieden wir uns aber dagegen und für den alten Getränkemarkt in der Bahnhofstraße 14.“ Spontan bekam das Sozialladen-Team den Schlüssel und begann die ersten Kisten zu packen – 20 Helfer waren und sind noch im Einsatz. Das neue Geschäft ist größer, hat mehr Platz zum Be- und Entladen für Lieferanten und liegt sogar direkt um die Ecke des Awo-Büros. „Der Schock mit der Mieterhöhung war nicht schön. Doch ein etwa Positives hat der Umzug in das neue Geschäft ja auch“, sagt Korban. Wichtig sei einfach, dass der Laden weiterhin in Schleswig bestehe. Der Sozialladen sei ein sozialer Treffpunkt. Viele kommen auch einfach nur zum Schnacken vorbei, so Korban.

>Der Sozialladen ist ab kommender Woche in der Bahnhofstraße 14. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitags von 9 bis 14 Uhr.

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