zur Navigation springen

Landtagswahl 2017 : Sonntag ist es soweit – ran an die Urne!

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Fakten zur Landtagswahl im Kreis in einer Übersicht.

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 14:09 Uhr

Zwei Tage Endspurt: Die Landtags-Kandidaten geben an zahlreichen Infoständen im ganzen Kreisgebiet noch einmal alles, um Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Übermorgen ist es dann soweit. Alle Bürger ab 16 Jahren werden an die Wahlurne gebeten. Alles Wissenswerte zur Wahl haben wir zusammengetragen.

Wahlkreise

Schleswig-Holstein ist in 35 Wahlkreise eingeteilt, davon liegen drei ganz oder teilweise im Kreisgebiet Schleswig-Flensburg, nämlich die Wahlkreise 4 (Flensburg-Land), 5 (Schleswig) und 6 (Dithmarschen-Schleswig). Die Wahlkreise haben gegenüber der Landtagswahl 2012 einen neuen Zuschnitt. Diese Neueinteilung ist seit dem 29. Mai 2015 in Kraft. So wurde der alte Wahlkreis Schleswig-Nord aufgelöst. Die Ämter Kropp-Stapelholm und Arensharde wurden dem neu geschnittenen Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig, das Amt Oeversee dem Wahlkreis Flensburg-Land zugeordnet. Die Angelner Gemeinden aus dem alten Wahlkreis Schleswig-Land gehören nun zum Wahlkreis Schleswig, der sich bis Kappeln und die Geltinger Bucht erstreckt. Ziel der Neueinteilung war es, möglichst ähnliche Bevölkerungszahlen je Wahlkreis zu haben. Die Zahl der Wahlberechtigten und Wahllokale: Wahlkreis 4: 72.335 (89); Wahlkreis 5: 66.920 (87), Wahlkreis 6: 71.808 (98).

Wahlbezirke

Die Wahlkreise im Land sind noch einmal untergliedert in 2507 Wahlbezirke. Im Kreisgebiet sind es insgesamt 201. Diese sind auf örtlicher Ebene so verteilt, dass jeder Wahlberechtigte möglichst ein Wahllokal in der Nähe hat, das er leicht erreichen kann. Größere Orte und Städte sind daher in mehrere Wahlbezirke untergliedert. Die Stadt Schleswig beispielsweise hat 14 Wahlbezirke mit jeweils einem dazugehörigen Wahllokal. Nach Möglichkeit sollen Wahlbezirke nicht mehr als 2500 Einwohner aufweisen. Abweichungen gibt es, wenn ein Ort aus mehreren, weit auseinander liegenden Ortsteilen besteht. So hat beispielsweise Lindewitt im Wahlkreis Flensburg-Land fünf Wahllokale, obwohl die Gemeinde keine 2000 Einwohner hat.

Wahlvorstände

Die Arbeit in den Wahlbezirken beziehungsweise Wahllokalen übernehmen ehrenamtliche Helfer. Der Wahlvorstand besteht aus einem Wahlvorsteher, einem oder zwei Stellvertretern sowie vier bis sieben Beisitzern. Landesweit sind so rund 21  000 Ehrenamtler im Einsatz. Um dies attraktiv zu machen, locken die Gemeinden und Städte mit einem „Erfrischungsgeld“. Der Betrag schwankt je nach Posten zwischen 20 und 50 Euro. Ein Wahlvorsteher und dessen Stellvertreter werden in Schleswig mit 45 Euro vergütet. Er muss nicht nur am Wahltag präsent sein, sondern auch am Freitag vor der Wahl, um das Wählerverzeichnis in Empfang zu nehmen. Nach der Auszählung am Sonntag muss er die Wahlunterlagen abgeben. Die Wahlhelfer bekommen in Kappeln und Schleswig 30 Euro, in den Ämtern Geltinger Bucht und Schafflund 20 Euro – oder eine kostenlose Mahlzeit.

Die Stimmabgabe

Am Sonntag sind alle Deutschen wahlberechtigt, die bis zu diesem Tag das 16. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens sechs Wochen in Schleswig-Holstein wohnen und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Wer nach dem 21. April umgezogen ist, wird in seinem alten Wahlbezirk geführt und kann nur dort wählen. Alternativ können Wähler ihre Stimme per Briefwahl abgeben. In den Wahllokalen ist die Stimmabgabe zwischen 8 und 18 Uhr möglich. Der genaue Wahlraum steht auf der Wahlbenachrichtigung, die nach Möglichkeit mitgebracht werden sollte. Wer sie nicht bei sich hat, muss sich ausweisen, damit sein Eintrag im Wählerverzeichnis bestätigt werden kann. Sowohl die Wahlhandlung als auch die Auszählung des Ergebnisses sind grundsätzlich öffentlich. Lediglich die Stimmabgabe erfolgt in einer Wahlkabine.

Stimmzettel

Der Stimmzettel ist zweigeteilt. Auf der linken Seite sind die zu wählenden Direktkandidaten aufgeführt. Auf der rechten Seite wird mit der Zweitstimme die Partei (Landesliste) gewählt. Der Direktkandidat, der in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, zieht in den Landtag ein. So werden also 35 der mindestens 69 Sitze vergeben. Die übrigen Sitze werden nach dem Anteilen an den Zweitstimmen vergeben. Dabei kommen die Parteien zum Zuge, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen auf sich vereinen (Verhältnisausgleich). Eine Ausnahme ist der SSW, der von der Fünf-Prozent-Hürde befreit ist.

2012 errang die CDU alle drei Direktmandate der Wahlkreise im Kreisgebiet (Petra Nicolaisen, Heike Franzen, Johannes Callsen). Im Wahlkreis Schleswig rückte Birte Pauls für die SPD über die Landesliste in den Landtag ein. Flemming Meyer (Flensburg-Land) kam über die SSW-Liste in den Landtag.

Briefwahl

Die Alternative zur Wahl im Wahllokal ist die Briefwahl. Anträge dafür wurden bis zum 5. Mai angenommen. Aber auch, wer am Sonntag spontan verhindert sein sollte, kann noch am Wahltag bis 15 Uhr den Wahlschein mit den Briefwahlunterlagen beantragen, schriftlich, per Fax oder E-Mail. Die Unterlagen können auch durch eine andere Person beim Wahlamt mit einer schriftlichen Vollmacht beantragt werden. Auch Wahlbriefe können am Wahltag beim zuständigen Wahlvorstand abgegeben werden.

Wer wird gewählt?

An der Landtagswahl beteiligen sich 13 Parteien. CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke treten in allen 35 Wahlkreisen mit Direktkandidaten an und haben eine Landesliste eingereicht. Der SSW tritt nur in einigen nördlichen Wahlkreisen mit Direktkandidaten sowie mit einer Landesliste an. Von den Piraten sind eine Landesliste und Bewerber in 34 Wahlkreisen zugelassen. Die AfD tritt in 26 Wahlkreisen mit Direktkandidaten an, die Freien Wähler in 16. Die Direktkandidaten der Parteien nach Wahlkreisen:

Wahlkreis 4: Petra Nicolaisen (CDU, Industriekauffrau), André Hense (SPD, Sozialarbeiter), Udo Hansen (Grüne, Landwirtschaftsmeister), Wilhelm Krumbügel (FDP, Sozialpädagoge), Peter Matthiesen (Piraten, Oberstleutnant a.D.), Flemming Meyer (SSW, Lehrer), Andreas Zech (Linke, freier Autor), Wolfgang Warwel (Freie Wähler, Kfz-Meister), Frank Hansen (AfD, Soldat).

Wahlkreis 5: Johannes Callsen (CDU, Verwaltungswirt), Birte Pauls (SPD, Krankenschwester), Peter Wittenhorst (Grüne, Arzt), Carsten-Peter Brodersen (FDP, kaufm. Angestellter), Anke Schulz, (SSW, Schuhmachermeisterin), Michael Kröger (Piraten, Busfahrer), Uwe Schröder (Linke, Erzieher), Stefanie Türmer, (Familie, Unternehmerin), Klaus-Dieter Wagner, (Freie Wähler, Sachverständiger), Uwe Christiansen (LKR, Soldat a.D.)

Wahlkreis 6: Andreas Hein (CDU, Kfz-Meister), Karl-Heinz Engkusen (SPD, Industrieberater), Kerstin Hansen (Grüne, Sozialökonomin), Ulrich Schmück (FDP, Informatiker), Axel Siek (Piraten, Reiseverkehrskaufmann), Sybilla Nitsch (SSW, Lehrerin), Michael Schilke (Linke, Systemadministrator), Sven Chilla (AfD, Angestellter), Rainer Zervas (LKR, Koch).

Auszählung

Um 18 Uhr schließen am Sonntagabend die Wahllokale. Unmittelbar nach Schluss der Wahlhandlung findet die öffentliche Ermittlung und Feststellung des Wahlergebnisses durch den Wahlvorstand im Wahlraum statt. Auch die Stimmen der Briefwähler werden erst dann gezählt. Der Landeswahlleiter stellt in der Wahlnacht das vorläufige Endergebnis der Landtagswahl fest.

Schon kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet auch der Fachdienst Kommunalaufsicht und Wahlen des Kreises die ersten Schnellmeldungen aus den Gemeinden. Aus den Zahlen errechnet das Kreishaus-Team um Fachdienstleiter Rolf Henningsen, Rainer Albrecht und Jana Arndt die Ergebnisse der Wahlkreise 4 (Flensburg-Land) und 5 (Schleswig). Im Bürgersaal erhalten Mandatsbewerber und Besucher via Großbildleinwand ständig aktuelle Online-Informationen über die Entwicklung in den Wahlkreisen. Nachdem die Rechenarbeit abgeschlossen ist, verkündet Landrat Wolfgang Buschmann die vorläufigen amtlichen Endergebnisse der Wahlkreise 4 und 5 und die Namen der direkt Gewählten im Bürgersaal.

Online werden die Daten auf der Homepage des Kreises (www.schleswig-flensburg.de) laufend aktualisiert. Gleiches gilt für die Daten aus dem Wahlkreis 6, die auf der Homepage des Kreises Dithmarschen (www.dithmarschen.de) kommuniziert werden. Landesweite Ergebnisse lassen sich verfolgen auf www.wahlen.schleswig-holstein.de und www.landtagswahl-sh.de.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen