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Schleswiger Nachrichten

17. Dezember 2017 | 07:36 Uhr

Schleswig : Sonderschicht beim Blutspendedienst

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die DRK-Mitarbeiter beim Blutspendedienst arbeiten auch über Weihnachten, um die Versorgung sicherzustellen.

von
erstellt am 21.Dez.2015 | 18:54 Uhr

Normalerweise ist das Blutspende-Institut des Roten Kreuzes am Parkhaus im Schwarzen Weg über Weihnachten geschlossen. Nur ein Notdienst steht bereit, um die Krankenhäuser in der Region bei Bedarf mit Blutkonserven zu versorgen. In diesem Jahr aber machte sich Instituts-Leiterin Dr. Sabine Kraas Sorgen beim Blick auf den Kalender. Nach den Feiertagen folgt am 27. Dezember ein Sonntag. Blutplättchen aber sind nur vier Tage lang haltbar. „Am Sonntagabend hätten wir keine Blutplättchen mehr gehabt“, sagt sie. Aber so wird es nicht kommen. Denn am Zweiten Weihnachtstag wird ihr Team eine Sonderschicht einlegen. Einige der zuverlässigsten Spender aus der Region sind dafür gezielt angesprochen worden. Sie werden die Feiertage mit einem Gang zur Blutspende beenden. Auch am Sonnabend nach Neujahr wird das Institut für solche geladenen Gäste noch einmal zusätzlich seine Türen öffnen.

„Die Blutspenden sind rund um den Jahreswechsel besonders wichtig, weil viele Spender verreist sind, der Bedarf aber ungebrochen hoch ist“, sagt Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes (BSD) Nordost. Viele Patienten, zum Beispiel in der Krebstherapie, seien kontinuierlich auf Blutprodukte angewiesen.

Als Dankeschön für ihre Treue bekommen alle Spender in dieser und der nächsten Woche ein kleines Weihnachtsgeschenk. Darüber freute sich gestern auch Inge Stahnke aus Fahrdorf. Für sie war die Plasmaspende gestern zugleich ein kleines Jubiläum. Es war ihr 175. Besuch beim BSD. „Das ist insbesondere für Frauen eine sehr hohe Zahl“, sagt Sabine Kraas. Männer hat die Medizinerin schon häufiger für ihre 200. oder gar 225. Spende ausgezeichnet. Frauen durften früher nur vier Mal im Jahr eine Vollblutspende abgeben, Männer hingegen sechs Mal. Seit 20 Jahren werden in Schleswig auch Plasmaspenden verarbeitet, bei denen die roten Blutkörperchen in den Adern verbleiben. Solche Spenden kann man weit häufiger abgeben.

Für Inge Stahnke ist der kleine Pieks in den Oberarm mit keinerlei Schrecken verbunden. Im Gegenteil. „Ich freue mich jedes Mal darauf. Der Blutspendedienst ist für mich fast so etwas wie eine Familie.“ Auch ihr Mann Reinhard kommt inzwischen jedes Mal mit. Gestern bei seiner 153. Spende erfuhr er von Sabine Kraas, dass er länger weitermachen darf als erwartet. Im kommenden Jahr wird er 72 Jahre alt und hätte damit die bisherige Altersgrenze erreicht. Wahrscheinlich wird sie aber demnächst um ein Jahr angehoben. „Lange Zeit lag die Grenze bei 65 Jahren, aber die älteren Menschen werden immer fitter“, erklärt die Institutsleiterin. Und auf genau diese fitten Senioren wie das Ehepaar Stahnke ist der Blutspendedienst zunehmend angewiesen.Nur wer zum ersten Mal spendet, darf noch immer nicht älter als 65 Jahre sein.

Inge Stahnke empfiehlt dringend, es ihr nachzumachen. „Man kann ganz einfach anderen Menschen helfen.“ Und manchmal erfahre man sogar ganz direkten Dank. „Vor einiger Zeit sprach mich eine junge Frau aus unserem Bekanntenkreis an. Sie hatte bei der Geburt ihres Kindes viel Blut verloren. Sie und ihr Kind waren dank einer Blutspende gerettet worden. Sie sagte mir: ‚Inge, vielleicht war es ja dein Blut, das wir bekommen haben.‘“

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