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Paket-Zusteller : Sonderschicht am Sonntag vor Heiligabend

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vor den Feiertagen hat Günther Bilski besonders viel zu tun – wenn nötig, wird sogar am Sonntag vor Heiligabend gearbeitet

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 10:12 Uhr

Es ist 10.15 Uhr und der Wagen von Zusteller Günther Bilski ist mit Briefen und Paketen gefüllt. Der 46-jährige Busdorfer bricht nun zu seiner Tour auf. Mit dem gelben Postauto muss er bis kurz vor 16 Uhr 70 Pakete, 900 Briefe und fünf Kisten mit Prospekten und Großbriefen in Teilen des Schleswiger Stadtteils Friedrichsberg und in Busdorf ausliefern. Die Zeit drängt, deshalb geht es sofort los. Erste Station ist das Oberlandesgericht.

Bilskis Arbeitstag beginnt jedoch nicht erst am Vormittag, sondern schon um 7.15 Uhr. Morgens sichtet er die Post, die über Nacht zum Schwarzen Weg 26 in Schleswig gekommen ist, und sortiert sie nach Straßen und Hausnummern in Kisten ein. Auch die Pakete werden nach Adressen sortiert in das Fahrzeug geladen. Heute ist es nicht bis zur Decke gefüllt, doch an Spitzentagen befinden sich bis zu 140 Pakete im Laderaum.  Die Zusteller, die nur Pakete ausliefern, verteilen bis zu 400 Stück am Tag. „Vor Weihnachten liefern wir  teilweise mehrere tausend Päckchen aus“, erzählt Bilski. Ein Großteil der Lieferungen sind Online-Bestellungen, vor Weihnachten kommen dann noch viele private Sendungen dazu.

Schon seit Oktober haben der Busdorfer und seine Kollegen mehr zu tun als in den übrigen Monaten. „Die Unternehmen verschicken ihre Infopost an die Haushalte und im November geht es mit den Bestellungen los“, erklärt Bilski. Die Post hat darauf wie in den vergangenen Jahren reagiert und bundesweit 10.000 Aushilfskräfte für die Weihnachtszeit eingestellt. Auch am Schwarzen Weg 26 unterstützen zwei zusätzliche Mitarbeiter das Team bei der Paketzustellung.

Das erste Ziel ist erreicht. Bilski füllt den Paketwagen des Oberlandesgerichts schnell mit Päckchen und Briefen und bringt sie mit dem Aufzug in den ersten Stock. Binnen weniger Minuten sitzt er wieder im Wagen.  Zeit für einen Smalltalk mit den Kunden hat er nicht. Der 46-Jährige ist froh, dass der Winter noch nicht eingebrochen ist und er seine Strecke reibungslos abfahren kann. „Einmal hatte ich mich am Haddebyer Noor festgefahren und musste von einem Trecker aus dem Schnee gezogen werden“, erinnert er sich.

Bilski fährt zielstrebig jede seiner Stationen an. Manchmal parkt er einfach am Straßenrand und läuft mit schnellen Schritten von Haus zu Haus, um die Post zu verteilen. In anderen Fällen kann er die Briefe sogar vom Auto aus in den Kasten werfen. Zwei Mal muss er auch gelbe Briefkästen leeren. Seit zwölf Jahren ist er auf seiner Route unterwegs. Doch langweilig ist ihm dabei nicht – im Gegenteil.  „Manchmal öffnen Kinder die Tür und fragen sofort, für wen das Paket ist, das ich bringe“, sagt er und lacht. Der Busdorfer kennt alle Menschen, bei denen er klingelt.  Auch Marlene Nielsen. Für ihren Hund bringt er meistens ein Leckerli mit. Heute hat er aber keins dabei, doch der große schwarze Vierbeiner freut sich trotzdem, als er den Mann mit dem blau-gelben Anzug sieht. Allerdings sind nicht alle Hunde vom täglichen Besuch der Zusteller begeistert. Bilski erzählt von einem Kollegen, der auf seiner Route schon  gebissen wurde.

Noch sieht der 46-Jährige den Weihnachtstagen entspannt entgegen. Doch der große Ansturm kommt schon bald. Wenn sie befürchten, dass nicht alle Sendungen pünktlich zugestellt werden können, steigen die Mitarbeiter am Schwarzen Weg auch am Sonntag vor Heiligabend in ihre Autos. Am 24. Dezember sei der Dienst freiwillig, sagt Bilski, und ab 15 Uhr ist Feierabend angesagt – damit auch die Zusteller die Feiertage stressfrei genießen können.

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