St. Jürgen : Sommerliche Geburtstagsfeier im Familienzentrum

Die kleine Kaja lässt riesige Seifenblasen steigen.
Die kleine Kaja lässt riesige Seifenblasen steigen.

Das Schleswiger Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt existiert jetzt seit zwei Jahren.

shz.de von
09. Juli 2018, 07:12 Uhr

Den Stadtteil St. Jürgen hat Jagoda Vogt im Laufe der Jahre sehr genau kennen gelernt. Ihre Familie kommt von hier und sie hat ihre Kindheit hier verlebt. „Es war schon immer ein bunter Stadtteil mit einer lebendigen Nachbarschaft. Wenn Kinder draußen spielen, treffen sie sofort auf andere“, erinnert sich Vogt. Seit dem vergangenen Oktober ist sie zurück in ihrem alten Viertel und arbeitet als Koordinatorin im Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt.

Am Sonnabend wurde hier Sommerfest gefeiert. Auf der kleinen Grünfläche neben dem Familienzentrum herrschte den ganzen Nachmittag über buntes Treiben. In Gruppen saßen Eltern mit ihren Kindern am Feuer und rösteten Stockbrot, drehten an einem kleinen Glücksrad oder buddelten im Sand nach kleinen Schätzen. Andere sprangen auf der Hüpfburg, ließen sich schminken oder machten es sich einfach in einem der Pavillons oder auf dem Rasen bequem. Überall war die Beteiligung rege.

„Das Sommerfest war ein Wunsch der Familien, den wir gerne gemeinsam mit ihnen in die Tat umgesetzt haben“, so Vogt.

Generell sei sie mit ihrem Team darum bemüht, sich immer an den Bedürfnissen der Familien in der Nachbarschaft zu orientieren. Denn das Familienzentrum, das mit dem Sommerfest auch sein zweijähriges Bestehen feierte, versteht sich als eine soziale Einrichtung, die praktische Hilfe in jeder Lebenslage geben möchte. Die Anfragen der Menschen sind breit gefächert. „Wir helfen weiter bei Behördengängen, vermitteln Kinder an Sportvereine, helfen bei der Arztsuche oder geben Hinweise auf Therapiemöglichkeiten“, so Vogt. In der Einrichtung selbst arbeiten auch eine Hebamme und eine Kinderkrankenschwester, die jeden Dienstag beim Familienfrühstück mit dabei und für jeden ansprechbar sind. Beim regelmäßigen Elterncafé etwa ist der Schulsozialarbeiter der St.-Jürgen-Schule anwesend. Zum sogenannten „Bücherkino“ sind immer die Kinder eingeladen, deren Lese- und Sprachkompetenz spielerisch gefördert werden soll. Die Angebote würden gut angenommen, mehr als 100 Mütter mit ihren Babys seien zum Beispiel im vergangenen Quartal zum Familienfrühstück gekommen, berichtet Vogt.

„Mit unserem Sommerfest wollen wir den Menschen auch die Scheu nehmen, zu uns zu kommen“, sagt Maren Korban, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt. Das sei nötig, denn genauso wie im Friedrichsberg liege die Kinderarmut hier bei über 35 Prozent. Unbürokratisch und schnell solle die Hilfe sein – wie in einer guten Nachbarschaft üblich. Dass mit Aktionen wie dem Sommerfest tatsächlich Bewohner von St. Jürgen zum ersten Mal ihren Weg zum Familienzentrum finden, bestätigten die Besucher. Die Mutter Steffi Zöltsch etwa kam mit ihrem Sohn Lion her und betreute selbst ehrenamtlich die spielenden Kinder auf der Hüpfburg. „Ich wusste lange nichts von dem Zentrum, aber viele andere haben mir nun davon erzählt“, so Zöltsch. Zukünftig wollen Korban und Vogt das Angebot erweitern und auch ein Mutter-Kind-Sportkurs anbieten.

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