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Glücksburg : Sommer tritt nach Wahl-Eklat zurück

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Glücksburgs Bauausschuss-Vorsitzender zieht aus Schuldzuweisungen im Bürgermeister-Wahlkampf Konsequenzen

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 15:40 Uhr

Als die Bauausschuss-Sitzung am Montagabend begann, war der Eklat der Bürgermeister-Vorstellung in der Rudehalle aus der vergangenen Woche noch in frischer Erinnerung. Bis dahin war für die Öffentlichkeit nicht klar, was den Rückzug des Kandidaten Björn Goos aus der großen Vorstellungsrunde bewirkt hatte – und vor allem wer. Die Sitzung brachte auf spektakuläre Weise Klarheit. Es war der Ausschussvorsitzende Günter Sommer (CDU).

Am vergangenen Mittwoch war Goos bei der Vorstellung der Kandidaten für das Amt des hauptamtlichen Glücksburger Bürgermeisters in der Rudehalle nicht angetreten und hatte erklären lassen, der Grund dafür seien diffamierende Äußerungen eines CDU-Mitgliedes über ihn. Jede Konkretisierung hinsichtlich Person oder Wortlaut aber unterblieb (wir berichteten). Mittlerweile ist klar: Der Auslöser des viel Gesprächsstoff bietenden Geschehens, das auch strafrechtlich verfolgt wird, war Sommer. Nach der Kommunalwahl im Mai war er zum bürgerlichen Mitglied im Ausschuss für Tourismus, Bauwesen und Umwelt gewählt worden und hatte dessen Vorsitz übernommen.

Nach einem Gespräch mit der Führungsspitze des CDU-Ortsverbandes am vergangenen Freitag erklärte Sommer seinen Austritt aus der Partei und legte mit sofortiger Wirkung seine Ausschussämter nieder. Zu den Vorgängen befragt, beschränkte er sich auf einen Satz: „Ich habe meine Konsequenzen gezogen und möchte keine weiteren Aussagen dazu machen.“ Andere lehnten ebenfalls jede Aussage zu dem Vorgang ab – unter Hinweis auf ein laufendes juristisches Verfahren.

Das verdruckste Schweigen des „offiziellen“ Glücksburg hindert freilich die Öffentlichkeit nicht, Beobachtungen vom wahlkämpfenden Günter Sommer auszutauschen. Den könne man doch nicht wählen, habe er an Wahlständen mit Blick auf den Kandidaten (und Polizeibeamten) Björn Goos geäußert. Wegen seiner Vergangenheit beim THW Kiel nicht, mit dem er – Goos – in den Handball-Manipulationsskandal verstrickt gewesen sei.

Das wäre eine – vorsichtig formuliert – recht kühne Behauptung mit womöglich strafrechtlicher Relevanz. Denn erstens war Goos, von 2004 bis 2010 Pressesprecher des deutschen Rekordmeisters, in diesem Verfahren kein Beschuldigter und auch nicht einmal als Zeuge geladen. Und zweitens ist die von Sommer angeblich zitierte THW-Affäre um angeblich verschobene Championsleague-Spiele seit April diesen Jahres rechtskräftig abgeschlossen; und zwar mit einem von der Staatsanwaltschaft selbst beantragten Freispruch. Goos wollte sich zum Thema nicht äußern. „Es macht keinen Sinn, diesen Streit zu befeuern. Es wäre schön, wenn wir bis zum Sonntag wieder inhaltlich über die politischen Positionen der Kandidaten diskutieren könnten.“

Die Ausschusssitzung leitete dann Klaus-Dieter Schmidt als stellvertretender Vorsitzender. Bedeutendster Tagesordnungspunkt war die Auftragsvergabe für Bauarbeiten auf dem Schlossparkplatz. Dort sollen drei für Busse reservierte Parkplätze mit eigener Ausfahrt entstehen. Das günstigste von drei Angeboten belief sich auf 103 000 Euro. Der Ausschuss empfahl der Stadtvertretung bei einer Gegenstimme, dieses anzunehmen, wenn mit der Stiftung Schloss Glücksburg ein entsprechender Pachtvertrag abgeschlossen wird.

Im Ziegeleiweg waren vor Jahren wegen Erkrankung alle Ulmen gefällt und als Ersatz Linden gepflanzt worden. Zwischen ihnen wieder ausgeschlagende Ulmen sind nach Schmidts Aussagen wertvoll und sollen stehen bleiben. Die Plastik „Windbraut“ von Siegbert Amler erhält einen neuen Standort am Strandhotel. Ein dafür erforderlicher Bauantrag befindet sich im Genehmigungsgang. Eine Rutsche am Abenteuerspielplatz Holnisstraße wurde vom TÜV wegen Sicherheitsmängeln beanstandet. Wegen zu teurer Reparatur wurde das Gerät abgebaut und soll ersetzt werden. Insgesamt ist vorgesehen, diesen Spielplatz attraktiver zu gestalten.


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