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Schleswiger Nachrichten

12. Dezember 2017 | 23:00 Uhr

Schleswig : So verändert sich die Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bauausschuss empfiehlt einstimmig den Rahmenplan für Schleswigs 19,6-Millionen-Sanierungsprojekt

Mehr Einigkeit geht nicht. Schon bevor im Bauausschuss am Dienstag der Rahmenplan für die Innenstadtsanierung beschlossen werden sollte, kam von den Vertretern aller Fraktionen großes Lob für die planerische Arbeit und auch bekennende Vorfreude auf das Projekt, mit dem das Herz der Stadt zum strahlenden Mittelpunkt werden soll. „Für Schleswig ist die Entscheidung für den Sanierungsplan ein historischer Moment“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Helge Lehmkuhl (CDU). Steffen Hempel von den Grünen meinte gar: „Wir sind ganz glücklich über den Rahmenplan.“

Modernität, aber auch Wohlfühlbereiche – beides soll Einzug halten in Schleswigs neue Innenstadt, um Menschen anzulocken. Nach etlichen Ausschuss-Sitzungen und Bürgerversammlungen im vergangenen Jahr ist in dem nun vom Bauausschuss einstimmig empfohlenen Rahmenplan alles eingeflossen, was es an Ideen und Gedanken von Städteplanern, Schleswiger Bürgern, Kommunalpolitikern und Verwaltungsfachleuten aus dem Rathaus gegeben hat. Der Rahmenplan bildet, wie es heißt, die „Willensbekundung der Stadt“ ab. Er gilt als Leitfaden für die lange Sanierung. Und als Grundlage für den Förderungsbescheid aus Kiel.

Denn das Innenstadt-Projekt wird kosten und dauern. Die Schätzungen belaufen sich derzeit auf 19, 6 Millionen Euro insgesamt, wovon Land und Bund zwei Drittel übernehmen, den Rest besorgt die Stadt selbst. Auf voraussichtliche 15 Jahre ist die komplette Innenstadtsanierung angelegt.

Am 20. Februar wird nach der Empfehlung des Bauausschusses die Ratsversammlung als höchstes Entscheidungsgremium der Stadt über den Rahmenplan abstimmen. Danach ist Kiel am Zuge: Das Innenministerium bringt den Förderbescheid auf den Weg. Den muss das Rathaus abwarten, bevor die Sanierung beginnen kann.

Was passiert als erstes – und wann? Dazu Stadtsprecherin Antje Wendt gestern auf SN-Nachfrage: „Die erste Maßnahme wird der Abriss des Hertie-Gebäudes in diesem Sommer sein.“ Die Planungen dafür seien in vollem Gange. Danach werde die Sanierung Schritt für Schritt umgesetzt, detailliert sei dies noch nicht festgelegt.

Das neue Gesicht der Ladenstraße lässt sich mit fünf Schwerpunkten skizzieren:

1. Schwerpunkt „Hertie“ – nach dem Abriss des alten Gebäudes sucht die Stadt einen Investor für diesen Standort. Als „Kulturplatz“ wird im Rahmenplan die Fläche daneben bezeichnet, bis hin zum Haus der Stadtbücherei möchte man hier durch Anpflanzungen und Sitzgelegenheiten einen angenehmen Aufenthaltsort schaffen.

2. Schwerpunkt Parkhaus – zwar ist ein Abriss des Gebäudes noch nicht beschlossen, aber laut Rahmenplan ist offenbar ein Neubau an der Stelle vorgesehen. Dieser wäre schmal und längsförmig, vom Schwarzen Weg bis an das Zob-Gelände heran, so dass mehr freie Fläche als bisher in Richtung Capitol-Gebäude entsteht.

3. Schwerpunkt ZOB – zusammen mit dem Parkhaus-Gelände soll das Zob-Areal überplant werden mit mehr Platz für Busse und Passanten.

4. Schwerpunkt Capitolplatz – der Autoverkehr endet am Schwarzen Weg, wo nur noch 30 km/h gefahren werden darf. So weitet sich dieser Platz aus bis hin zum Kino. Die gesamte Fläche wird durch Neupflasterung umgestaltet.

5. Schwerpunkt Gallberg – die Fläche wird verkehrsberuhigter Geschäftsbereich (20 km/h) und soll gestalterisch aufgewertet werden, mit Pflanzen und Sitzmöbeln.

Auch die Poststraße verändert sich: Sie wird verkehrsberuhiger Geschäftsbereich. Fußgänger bekommen Vorrang, Radfahrer können in beide Richtungen fahren.

Und der Kornmarkt wird – nach seiner Häutung – eine natürliche Attraktion zum Vorschein bringen: den Mühlenbach. Der Bach, der unter der Fußgängerzone hindurchfließt, soll „erlebbar gemacht“ werden. Denn der Plan ist: Auch das Rauschen des Mühlenbachs soll das Wohlbefinden der Menschen in Schleswigs Innenstadt steigern.

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