Schnee und Eis an der Schlei : So genießt Schleswig den Winter

Die Kinder des ADS-Kindergartens in der Plessenstraße funktionierten die Skaterbahn zur Rodelbahn um – mit Kurve. Aufmerksame Beobachter sind im Hintergrund die Erzieherinnen Britta Caspers (links) und Petra Tams.
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Die Kinder des ADS-Kindergartens in der Plessenstraße funktionierten die Skaterbahn zur Rodelbahn um – mit Kurve. Aufmerksame Beobachter sind im Hintergrund die Erzieherinnen Britta Caspers (links) und Petra Tams.

Vor allem die Kinder freuen sich über den vielen Schnee. Viel Arbeit für die Räumfahrzeuge und Probleme bei der Müllabfuhr.

shz.de von
01. März 2018, 07:00 Uhr

Eiseskälte und jede Menge Schnee: Der Winter hat Schleswig voll im Griff. Die Räumfahrzeuge der städtischen Umweltdienste waren seit gestern Morgen um vier Uhr mit rund 30 Fahrzeugen und etwa 80 Mitarbeitern im Einsatz, um die Straßen für den Berufsverkehr freizubekommen. „Wir waren vorbereitet, aber dann doch überrascht, wie viel Schnee gefallen ist“, sagte Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs. Zugleich konnte er stolz vermelden: „Alle Straßen sind frei.“ Auch hätten die Bürger verständnisvoll reagiert.

Die Busse fuhren trotz Schneeglätte, hatten jedoch teilweise Verspätung. Nähere Auskünfte wollten die Verkehrsbetriebe Schleswig-Flensburg als Betreiberin des Busnetzes auf SN-Nachfrage gestern Nachmittag nicht machen.

Gefühlt reagierten die meisten Schleswiger positiv auf das späte Comeback des Winters (heute ist der meteorologische Frühlingsanfang). So wie Martina Oßwald, die am Vormittag mit ihrem Dackel „Mr. Percy“ durch die Stadt spazierte. „Das ist doch herrliches Wetter“, sagte die 60-Jährige, die Schnee gewohnt ist. Die gebürtige Thüringerin lebte früher in der Nähe des Wintersportortes Oberhof. Begeistert zeigte sich Oßwald von einem Schneemann samt Schneehund, die jemand am Theaterparkplatz geradezu kunstvoll erschaffen hatte.

Besonders viel Spaß hatten die Kinder des ADS-Kindergartens in der Plessenstraße. Sie schlüpften in ihre Schneeanzüge und machten einen Ausflug auf die Königswiesen, wo sie prompt den Skatepark zur Rodelbahn umfunktionierten. „Bei dem Wetter muss man mit den Kindern raus, die kennen ja so ein Wetter gar nicht“, erklärte Gruppenleiterin Petra Tams. Die Kinder hätten die Bahn zunächst einfahren müssen, wobei sie geschickt eine Schräge einbauten, was für noch mehr Rodelspaß sorgte.

Auch die Domschüler kamen auf ihre Kosten. So schnallten sich die Schüler der Klasse 9c die Langlaufskier unter die Füße und glitten über die Königswiesen. „Fit mit Witt“, rief eine Schülerin. Gemeint war Lehrerin Lisa Witt, die den Französischunterricht zu Gunsten des Skivergnügens ausfallen ließ. „Das muss man einfach ausnutzen“, sagte Witt. Solch einen Schnee hätten die Schüler zum letzten Mal auf ihrer Norwegenfahrt unter den Skiern gehabt.

Bei der Müllabfuhr sorgt der Winter in weiten Teilen des Kreisgebietes und in der Stadt indes zu erheblichen Behinderungen. Insbesondere Nebenstrecken, die nicht oder nur unzureichend geräumt waren, sind betroffen. Die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) teilte mit, dass in den Gebieten, in denen die Restmüll- und Biotonnen nicht geleert werden konnten, am nächsten regulären Abfuhrtag eine entsprechende Menge Müll in zusätzlichen Säcken bereit gestellt werden könne. Zudem würden die Restmülltonnen mit vierwöchentlichem Abfuhrrhythmus einmalig in 14 Tagen nachgeleert. „Wir müssen in den folgenden Tagen sehen, wie sich die Situation entwickelt“, erklärte ASF-Geschäftsführer Lutz Döring. „Grundsätzlich verlassen aber alle Müllfahrzeuge jeden Morgen das Betriebsgelände, um die Restmüll-, Bio- und Papiertonnen zu leeren und die Gelben Säcke abzuholen.“

Weitere Bilder: Seiten 14 &15

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