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ABriss der Schmid-Villa : „So ein schönes Haus“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Viel Kritik am geplanten Abriss der Schmid-Villa am Stadthafen. Die frühere Eigentümerin Sybille Schmid-Sindram nennt erstmals den Verkaufspreis.

von
erstellt am 12.Okt.2014 | 08:39 Uhr

Die Pläne, die Schmid-Villa am Stadthafen abzureißen und durch mehrstöckige Bauten mit seniorengerechten Wohnungen zu ersetzen, haben in der Stadt für viel Kopfschütteln gesorgt. Das machen nicht nur zahlreiche kritische Kommentare in Leserbriefen und im Internet auf der Facebook-Seite der Schleswiger Nachrichten deutlich. „Ich finde die Villa schick“, schreibt zum Beispiel Susanne Wagner. „So ein schönes Haus darf doch nicht abgerissen werden“, meint Nico Thiel und fürchtet: „Am Ende kommt wieder was Neumodisches, was vom Stil her gar nicht passt, so wie auf der Freiheit.“

Auch Sybille Schmid-Sindram ist entsetzt. Sie hatte die Villa, die aus der Insolvenzmasse ihres Ex-Mannes, des Mobilcom-Gründers Gerhard Schmid, stammt, vor zwei Jahren an die Stadtwerke verkauft. Sie beklagt sich insbesondere darüber, dass das erst 1999 errichtete Haus jetzt so dargestellt werde, als sei es praktisch wertlos. „Es hat damals sechs Millionen Mark gekostet“, sagt sie. Bei der Planung habe das städtische Bauamt viel Wert darauf gelegt, dass die Umgebung des Domes nicht gestört werde. Als umso verstörender empfindet sie es, dass nun Bauten mit fünf Geschossen geplant sind.

Schmid-Sindram nennt nun auch den Preis, den die Stadtwerke ihr für die Villa gezahlt hatten: 2,35 Millionen Euro. Seinerzeit war über diese Summe Stillschweigen vereinbart worden. „Ich hätte nie ein Problem damit gehabt, die Summe zu nennen“, sagt die Unternehmerin.

Für wie viel Geld die Villa samt 6500 Quadratmeter großem Grundstück jetzt an Investor Uwe Hahn geht, ist unklar. „Wir haben mit Herrn Hahn noch keinen konkreten Preis vereinbart“, sagt Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs. Das Projekt sei schließlich noch in der Planung. Erst wenn die Ratsversammlung der Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt habe, könne der Vertrag unterzeichnet werden. Schoofs versichert aber: „Wir sind Kaufleute und werden darauf achten, dass wir das Grundstück nicht unter Wert verkaufen.“ Also werde der Preis in derselben Größenordnung liegen wie beim Ankauf. In der Vergangenheit hätte er die Villa „schon zehn Mal billiger verkaufen können“, so Schoofs.

Zugleich verweist der Geschäftsführer darauf, dass die Stadtwerke das Luxusanwesen keineswegs zu überhöhten Konditionen von Sybille Schmid-Sindram gekauft hätten. Allein das Grundstück habe einen Wert von etwa 1,3 Millionen Euro, rechnet Schoofs vor. Was die Stadtwerke seinerzeit zusätzlich für das Areal des heutigen Wohnmobil-Stellplatzes an Schmid-Sindram überwiesen haben, darüber schweigt er sich allerdings aus. Die Kritik an dem Vorgang sorgt bei einigen Kommunalpolitikern indes spürbar für Nervosität. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, der SPD-Ratsherr Sönke Büschenfeld, lehnte auf SN-Nachfrage jeglichen Kommentar ab.

Investor Uwe Hahn ist für weitere Stellungnahmen derzeit nicht zu erreichen. Er befindet sich im Urlaub. Seine Pläne sehen mindestens 50 Wohnungen vor, fast alle davon mit Terrassen und Balkonen zur Schleiseite hin. Von der Villa soll lediglich das Schwimmbad erhalten bleiben.

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