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Offene Ateliers : So bunt ist Schleswigs Kunstszene

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

An diesem Wochenende öffnen zwölf Ateliers in der ganzen Stadt ihre Türen. Das Motto: „Literatur im Spiegel der Bildenden Kunst“.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 16:48 Uhr

Verschlossene Farbtöpfe stehen einsatzbereit auf dem Arbeitstisch, fertige Bilder verzieren die weißen Wände – und mittendrin findet sich eine gemütliche Leseecke mit Bücherstapeln. Bei der Einrichtung ihres kleinen Ateliers könnte Susanne Pertiet durchaus das Motto im Kopf gehabt haben, mit dem sie und 13 weitere Künstler für das Wochenende der offenen Ateliers in Schleswig werben: „Literatur im Spiegel der Bildenden Kunst“.

Wer nun neugierig geworden ist und sehen möchte, wie die Grafikdesignerin und Malerin das Thema künstlerisch umgesetzt hat, erhält an diesem Sonnabend und Sonntag, 1. und 2. November, die Gelegenheit dazu. Ein Dutzend Ateliers werden jeweils von 11 bis 17 Uhr ihre Türen für Besucher öffnen, darunter das von Susanne Pertiet in der Kiebitzreihe 4.

Die 14 Maler haben sich auch in diesem Jahr wieder um künstlerische Verstärkung bemüht – und die kommt gleich im Doppelpack. So wird die Kunsthandwerkerin Maike Hansen in der Süderholmstraße 29a ihr kleines Atelier öffnen, wo sie Tierhäute – darunter die von Schlei-Aalen – in Handarbeit zu Schmuck und Taschen verarbeitet. Letztere nannte sie passend zum Thema „Buchhüllen“.

Sie habe sich von den Völkern Sibiriens inspirieren lassen, die für alle Teile von Tieren eine Verwendung hätten, erklärt Maike Hansen. Dieses Wissen habe sie sich auch aus der Literatur angeeignet, spannt sie den Bogen zurück zum vorgegebenen Motto. Auf der anderen Seite habe Malerei viel mit Handwerk zu tun, findet Susanne Pertiet den Anknüpfungspunkt zwischen beiden Kunstrichtungen.

Der zweite Gast wiederum schlägt den Bogen zur Literatur: Romancier Uwe Herms von der Halbinsel Eiderstedt wird an beiden Tagen um jeweils 17 Uhr im Atelier von Susanne Pertiet am Kamin lesen. „Literaten malen mit ihren Worten“, betont Pertiet.

Zusammen mit den anderen Mitgliedern der „Arbeitsgruppe Offene Ateliers in Schleswig“ hatte sie sich Anfang des Jahres hingesetzt und das Thema „Literatur im Spiegel der Bildenden Kunst“ ausgesucht. Dann arbeiteten sie fast ein Jahr lang auf die Veranstaltung hin – jeder für sich. Denn, so betonen auch Doris Petersen und Beate Schuppan-Kaack: „Wir malen nicht zusammen. Wir sind alle freie Künstler.“

Auch wenn das Motto vorgegeben sei, würde jeder Künstler individuell an die Umsetzung herangehen. „Dabei ist die Literatur ja auch ein freies Thema“, sagt Pertiet. Entweder man lasse sich davon inspirieren oder man greife auf alte Werke in seiner Sammlung zurück, sieht es Beate Schuppan-Kaack durchaus pragmatisch. Wie Pertiet und Petersen ist sie von Beginn an mit dabei und zählt zum festen Kern der Teilnehmer.

Dabei ist die Zahl der Teilnehmer mit den Jahren auf 14 angestiegen. „Mit dieser Größe ist es noch an zwei Tagen zu schaffen“, meint Doris Petersen. Susanne Pertiet ergänzt: „Und es passen alle an einen Tisch, wenn Dinge besprochen werden.“ Zudem können sie gemeinschaftlich eine große Bandbreite an Kunst abdecken, ist sich das Trio einig.

Wie jedes Jahr wieder, sind die Frauen gespannt auf die Besucher und die Situationen, die sich ergeben werden. Bisher sei immer alles dabei gewesen – „Kunstlehrer, die Inspirationen für ihren Unterricht suchten, Galeristen auf der Suche nach neuen Klienten, Künstler, Kunden, aber auch Nachbarn, die schon immer wissen wollten, wie es bei mir aussieht“, so Susanne Pertiet. Maike Hansen ist schon weiter und hat sich bereits eine Strategie überlegt, sollte der Besucherandrang die Kapazitäten ihres Ateliers sprengen: „Dann lasse ich zur Not die Besucher in kleinen Gruppen herein.“ Wer alle zwölf Ateliers besuchen möchte, hat einiges zu fahren – sie sind über die ganze Stadt verteilt.

Ergänzt wird die Veranstaltung durch eine Ausstellung aller Künstler in der Volkshochschule, die am Mittwoch, 12. November, eröffnet wird und bis Mitte Dezember besucht werden kann. Zwei Wochen später findet an gleicher Stelle eine Lesung mit Uwe Herms statt.

 

Diese Künstler machen mit:

Eric Akoussan, Schubystraße 128

Dietrich Bieber, Flensburger Str. 3

Christine Erasmi-Hoffmann, Auf der Freiheit/Haus 18

Imme Feldmann, Heinrich-Philippsen-Straße 41

Maike Hansen, Süderholmstraße 29a

Ingrid Höpel, Flensburger Straße 3

Uwe Herms, Kiebitzreihe 4

Jutta Kulcke, Hornbrunnen 4

Karin Palisaar, Moltkestraße 3

Susanne Pertiet, Kiebitzreihe 4

Doris Petersen, Schubystraße 128

Heidi Scheibel, Voßkuhl 42

Anke Schröder-Schmidt, Auf der Freiheit/Haus 18

Beate Schuppan-Kaack, Chemnitzstraße 55

Hannelore Utermann, Süderholmstraße 34

Claus Vahle, Kleinberg 6

 

 

 

 

 

 

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