Nach Bürgerbefragung : Slogan für Schleswig: Die Zeichen stehen auf „Wikingerstadt“

Bei den Wikingertagen stürmen alljährlich im Sommer die Nordmänner die Königswiesen.
Bei den Wikingertagen stürmen alljährlich im Sommer die Nordmänner die Königswiesen.

Das Ergebnis der Bürgerbefragung wird heute im Kulturausschuss präsentiert. Die Mehrheit unterstützt dabei den Vorschlag der Wirtschaft.

shz.de von
15. Januar 2015, 17:38 Uhr

Schleswig | Den Stein ins Rollen gebracht hatte die lokale Wirtschaft. Längst aber haben sich auch der Bürgermeister, mehrere Ratspolitiker, der neue Stadtmanager Rüdiger Knospe und auch die Ostseefjord Schlei GmbH dafür ausgesprochen, dass Schleswig sich künftig Wikingerstadt nennt. Heute Nachmittag nun steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des städtischen Kulturausschusses. Dann werden die Ergebnisse einer Bürgerbefragung zu dem Thema, zu der das Rathaus Ende letzten Jahres aufgerufen hatte, besprochen. Tenor: Auch ein Großteil der Schleswiger, die sich an dieser Umfrage beteiligt haben, spricht sich für die Wikinger als zentrales Motiv für einen neuen Slogan (samt Logo) für die Stadt aus.

Die Bürger konnten sich bei der Befragung einerseits per Votum für die Profilierung Schleswigs als Wikingerstadt aussprechen. Andererseits waren sie aber auch dazu aufgefordert, eigene Vorschläge und Anregungen für eine alternative Namensgebung zu liefern. Insgesamt 129 Zuschriften kamen am Ende zusammen. 126 davon gingen schließlich in die Bewertung ein. „Ein paar mehr Rückmeldungen hatten wir uns schon erhofft. Aber die meisten derjenigen Bürger, die mitgemacht haben, haben sich wirklich viele Gedanken gemacht. Ein Ehepaar etwa hat gleich fünf Vorschläge geschickt“, sagt Rathaussprecherin Antje Wendt, die Mitglied des zuständigen Gremiums war. Ebenfalls dazu gehörten Bürgermeister Arthur Christiansen, Stadtmanager Knospe sowie IHK-Geschäftsstellenleiter Stefan Wesemann.

34 Prozent aller Teilnehmer der Befragung haben sich, so die Auswertung des Gremiums, konkret für die Bezeichnung Wikingerstadt ausgesprochen. Sogar mehr als zwei Drittel konnten sich allgemein mit dem Thema Wikinger anfreunden. 22 Prozent aller Teilnehmer äußerten jedoch Bedenken. Viele zweifeln demnach (mit Blick auf Haithabu) an, dass in Schleswig überhaupt Wikinger sesshaft waren. Zudem sehen einige Bürger das Thema Wikinger eher negativ behaftet. Diese Befürchtungen wiederum sehen die Wikingerstadt-Befürworter als unbegründet an. Vielmehr stelle das Thema ein Alleinstellungsmerkmal für Schleswig dar, mit dem man sich klar gegenüber anderen Städten abgrenzen könne.

Antje Wendt wird die konkreten Ergebnisse der Befragung heute dem Kulturausschuss vorstellen (ab 16 Uhr im Rathaus). Deren Mitglieder hatten sich in ihrer Sitzung im vergangenen November, nachdem eine Einigung nicht in Sicht war, für eine Beteiligung der Bürger an der Debatte ausgesprochen, um auf diesem Weg ein Meinungsbild zu bekommen. Vom 3. bis 31. Dezember waren die Schleswiger daraufhin aufgerufen, diese Möglichkeit zu nutzen.

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