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Gegen Ärztemangel auf dem Land : Silberstedt baut Gesundheitszentrum

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeinde Silberstedt investiert 4,4 Millionen Euro in die Sicherung der Ärzteversorgung.

Die Farbgestaltung ist noch unklar und bei der Namensgebung hakt es noch etwas – Kleinigkeiten. Ansonsten ist alles angerichtet für Silberstedts neue Großbaustelle: Bis zum April will die Gemeinde zwischen Gemeinschaftsschule, Sportzentrum und Kindergarten für 4,4 Millionen Euro ein Gesundheitszentrum realisieren. Damit komme Silberstedt seiner Rolle als Zentralort nach und sichere die hausärztliche Versorgung im Amtsbereich langfristig, sagt Bürgermeister Peter Johannsen.

Das Konzept beruht auf den Ergebnissen der amtsweiten Untersuchung zu den Herausforderungen des demografischen Wandels, die im Masterplan Daseinsvorsorge mündeten. Das Ergebnis für die medizinische Versorgung war niederschmetternd: Fünf von sieben Hausärzten im Amtsbereich würden sich absehbar zur Ruhe setzen, zum Teil ohne Aussicht auf einen Nachfolger. Die Gemeinde Silberstedt setzte sich mit dem ortsansässigen Hausarzt in Verbindung, Mediziner aus Nachbarorten schalteten sich ebenfalls in die Diskussion über die Sicherung der ärztlichen Versorgung ein, ein Berater, der bereits in Büsum mit einem innovativen kommunalen Ärztehaus Neuland betreten hatte, wurde engagiert. Das war im Herbst 2015 – „und dann ging die Maschinerie erst so richtig los“, sagt Lutz Schnoor, der die neu eingerichtete Stabsstelle für Dorf-, Projektentwicklung und Breitbandversorgung des Amtes leitet.

Die Gemeinde kaufte ein 1400-Quadratmeter-Areal zwischen Schulstraße und Süderende und plante ein lang gestrecktes Gebäude, in dem neben drei Arztpraxen mit Hausärzten auch eine Apotheke Platz finden sollte. Gern hätte die Gemeinde einen Apotheker aus dem Amtsbereich dafür gewonnen, doch es fand sich keiner, so hatte man die Wahl zwischen zwei Bewerbern aus Schleswig. Das Rennen machte die Dom-Apotheke. Dann meldete sich die Sozialstation, die ihr Angebot um eine Tagespflegestation erweitern will. Der Planer musste Extraschichten einschieben, um der Dynamik Herr zu werden. Inzwischen sieht der Plan zwei Gebäude vor, weil auch noch eine Physiotherapie- und Krankengymnastik-Praxis angegliedert wird. Das Projekt finanziert die Gemeinde über Kredite und Städtebau-Fördermittel. Die Refinanzierung erfolgt über die Mieten von Medizinern und Therapeuten und Sozialstation.

Am vergangenen Montag trafen sich alle Beteiligten, die in das Gesundheitszentrum einziehen werden, erstmals zum Kennenlernen. „Da war richtig Aufbruchstimmung zu spüren“, erzählt der Leitende Verwaltungsbeamte Ralf Lausen. Gestern nun kam die Nachricht aus Kiel: Auch das Land gibt Grünes Licht für die Bauplanung. Lausen: „Das hat nur drei Wochen gedauert – so schnell haben wir noch nie eine Stellungnahme vom Land bekommen.“

 

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erstellt am 02.Jul.2017 | 08:31 Uhr

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