zur Navigation springen

Schleswiger Brandserie auf Facebook : Sieben Brände: „Langsam bekomme ich Angst“

vom

Am Mittwochabend legte ein Brandstifter sieben Feuer in Schleswig. Auf Facebook zeigen die Menschen, wie erschrocken sie sind, versuchen zu helfen und gründen sogar eine Gruppe auf dem Portal.

Schleswig | Die Brandserie in Schleswig hat die Bewohner der Stadt in Angst und Fassungslosigkeit versetzt. Insgesamt sieben Feuer waren bis zum späten Mittwochabend ausgebrochen - die Schleswiger Feuerwehren sind noch immer im Einsatz. Viele Menschen - seien sie von den Feuern betroffen oder nicht - sind entsetzt über die Tat. Auf Facebook reagieren viele Nutzer auf die Berichte über die Feuer und danken in diesem Zuge auch den Einsatzkräften. So wie Bianca Diercks, die ein „dickes Lob“ an alle Helfer im Einsatz sendet, oder Holger Hensel, der den „Kameraden aus Schleswig“ viel Glück wünscht.

Während Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte im Einsatz sind, zeigen viele Facebook-Nutzer auf dem Portal, wie entsetzt sie sind. Die Tatsache, dass unter den brennenden Häusern auch Mehrfamilienhäuser sind, versetzt einige Nutzer in Angst. So wie Stephanie Heinrichs zum Beispiel schreibt: „Sind das immer Mehrfamilienhäuser?? Langsam bekomme ich Angst!!“ Ihr Kommentar beschreibt anscheinend das, was viele empfinden und denken, da gleich fünf weitere Personen den Post liken. Und auch andere Nutzer schreiben, wie erschrocken sie sind. In einem Kommentar von Ann-Kristin und Martin Pettke heißt es: „Ich hoffe das die Typen schnell gefunden werden und ihre gerechte Strafe bekommen.“

Die Frage „Warum“ kursiert immer wieder unter den Kommentaren der Nutzer. Marie-Sophie Krabbenhöft, stellt die Frage „Warum müsst ihr andere Menschen und vor allem Kinder in Gefahr bringen?“ und schließt ihrem Kommentar mit folgendem Satz ab: „Ein verbranntes Haus mit tausend Erinnerungen kann man nicht mehr rückgängig machen.“ Mehr als 30 andere Nutzer gefällt dieser Kommentar und Tobias antwortet: „Wahre Worte! Einfach traurig, dass Menschen sowas machen können!“

Auf Facebook gaben die Menschen nicht nur ihren Gefühlen und Gedanken freien Lauf, sie versuchten auch zu helfen und schnappten sämtliche Infos auf, um diese zu teilen. Doch nicht alle Meldungen waren korrekt. Wie zum Beispiel ein achter Brand, den die Polizei erst vermeldete, welcher sich dann jedoch als Fehlalarm herausstellte. Im Grunde eine positive Nachricht. Der Nutzer Stephan Patzig bringt es auf den Punkt: „Auch wenn es 'nur' 7 sind. Sind auch 7 zu viel...“

Im Laufe des Abends entstand sogar eine offene Gruppe mit dem Namen „Feuerteufel in Schleswig. Wer hat was gesehen?“ auf dem Portal. Der Nutzer Christoph Janke gründete diese Gruppe, um alle Informationen übersichtlich sammeln zu können, wie er heute Nacht selbst schrieb. Als sich herausstellte, dass der achte Brand ein Fehlalarm war und die Polizei dies bestätigen konnte, machte Christoph Janke sofort darauf aufmerksam und teilte diese Neuigkeit.

 

Bereits am Donnerstagmorgen fanden sich über 1100 Mitglieder in der Gruppe ein. Viele von ihnen beteiligten sich und gaben Auskunft über den aktuellen Sachstand. „Sehr sinnvoll“, schreibt das Mitglied Nadine Söth. Der Nutzer mit dem Namen Chriskropp Fotografie teilte auch eine Karte, auf der die Tatorte markiert sind. Auf dieser Karte sind nur sechs Orte markiert - das Mitglied Katzi Maus macht darauf aufmerksam und schreibt kurz danach: „Und Brautsee 33 fehlt noch auf der Karte.“

Diejenigen, die weitere Feuer befürchten, können erst einmal aufatmen: Der mutmaßliche Brandstifter konnte bereits am Mittwochabend gefasst werden. Der 36-Jährige ist der Polizei bereits bekannt und legte ein umfangreiches Geständnis ab. Noch am Donnerstag soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 12:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen