Schleswig-Nord : Sie fordern einen Sparkassen-Automaten

Bei Anja Eßer (li.) im „Anekdötchen“ hat Ulrike Weinelt ihre Unterschriftenlisten ausgelegt.
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Bei Anja Eßer (li.) im „Anekdötchen“ hat Ulrike Weinelt ihre Unterschriftenlisten ausgelegt.

Im Norden der Stadt haben sich bereits 240 Bürger an einer Unterschriften-Aktion beteiligt.

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15. Januar 2018, 16:52 Uhr

Erst verschwand die Sparkassenfiliale am Brautsee, dann folgten die Filialen in der Breslauer Straße und in der Schubystraße. Zwar eröffnete die Nospa im vergangenen Sommer eine „Regionaldirektion“ in der neuen Ladenzeile auf dem Gelände des Real-Verbrauchermarktes. Aus den Wohngebieten im Norden der Stadt hat sich die Sparkasse jedoch verabschiedet.

Dagegen regt sich jetzt Widerstand. Ulrike Weinelt, die in der Ringstraße wohnt, will sich mit der Entwicklung nicht abfinden. Kurz nach Weihnachten begann sie, Unterschriften zu sammeln, mit denen sie die Nospa auffordern möchte, wenigstens wieder eine Selbstbedienungs-Filiale in fußläufiger Entfernung zu den Wohnvierteln im Norden einzurichten. 240 Unterschriften hat sie bereits zusammen, und sie ist zuversichtlich, dass es noch mehr werden, denn neuerdings liegen die Listen auch im „Anekdötchen“ aus, dem kleinen Laden an der Ecke von Breslauer Straße und Königsberger Straße, der sich in den vergangenen Jahren mit seiner Mischung aus Kiosk und Café zu einem Stadtteil-Treffpunkt entwickelt hat.

Sie könne nachvollziehen, sagt Ulrike Weinelt, dass die Nospa angesichts der hohen Personalkosten ihr Filialnetz ausdünne. Wenigstens ein Selbstbedienungs-Center mit Geldautomaten und einem Terminal für Überweisungen, Kontoauszüge, Einzahlungen und Umbuchungen müsse als sinnvolle Alternative aber doch möglich sein, findet sie. Die neue Filiale am Ortsrand sei für viele praktisch nur mit dem Auto zu erreichen. „Das schließt ganze Bevölkerungsgruppen aus.“ Das gelte nicht nur für ältere und behinderte Menschen, die kein Auto fahren, sondern auch für Familien, in denen sich beide Partner ein Auto teilen. Online-Banking allein sei da keine Alternative, meint Weinelt. „Es gibt Menschen, die ganz bewusst entschieden haben, kein Online-Banking machen zu wollen.“

Ihr Ziel hat die Unterschriften-Aktion bislang nicht erreicht. „Die Nospa ist an vier sehr gut erreichbaren Standorten in Schleswig vertreten“, sagt Unternehmenssprecherin Birthe Thiel. Mehr seien nicht geplant. Außer bei Real und im Stadtweg gibt es eine Filiale in der Friedrichsberger Bahnhofstraße – und einen Automaten am Rewe-Markt in St. Jürgen. Die neu eröffnete Regionaldirektion am Real-Einkaufszentrum werde sehr gut angenommen, „auch weil ausreichend Parkraum in unmittelbarer Nähe vorhanden ist“, so Thiel. „Menschen, die unsere vier Standorte nicht erreichen können, bieten wir neben einer Beratung zu Hause unseren Bargeldservice an. Das heißt: Geldbote sowie Kooperationen mit Einzelhändlern, welche Geld auszahlen.“

Dass die Filiale bei Real so gut angenommen werde, sieht Ulrike Weinelt indes als weiteres Argument für ihr Anliegen. Dort bildete sich an den Automaten oft so lange Schlangen, dass die Diskretion nicht mehr gewährleistet sei. Ein zusätzlicher SB-Standort könnte da Abhilfe schaffen, meint sie.



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