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Ahmadiyya-Gemeinde : Sie befreiten Schleswig vom Müll der Silvesternacht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Neujahrsputz: Mitglieder der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde in Schleswig sind am 2. Januar besonders früh aufgestanden.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Gestern Morgen um 7 Uhr in Schleswig: Während sich die meisten Mitbürger noch vom Start ins neue Jahr erholten, traf sich die Jugendorganisation des islamischen Vereins „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ bereits in den frühen Morgenstunden, um die Straßen der Stadt vom Silvester-Müll zu befreien. Seit 16 Jahren gehört der alljährliche Neujahrsputz für sie dazu wie das morgendliche Gebet. Mit ihrem freiwilligen Einsatz „Waqar-e-amal“ wollen die Vereinsmitglieder ein positives Zeichen für Frieden und Respekt setzen – und dem negativen Bild, das viele Menschen mit dem Islam verbinden, mit ihren guten Taten begegnen, wie Student Tahir Chaudhry die Motivation hinter der bundesweiten Aktion beschreibt.

Unterstützt wurde die Putzaktion auch in diesem Jahr von den Schleswiger Stadtwerken mit den Mitarbeitern des Umweltdienstes Hans Graumann und Horst Wilke, die jede Menge Schaufeln, Besen, Handschuhe, Warnwesten und Mülltonnen dabei hatten. In Gruppen aufgeteilt ging es dann mit dem Besen auf die Suche nach Böller- und Raketenresten – einmal quer durch die Stadt: von der Bahnhofsstraße im Friedrichsberg in Richtung Schleistraße, dann weiter zum Capitolplatz und dann hinauf zum Stadtteil St. Jürgen und wieder zurück zur Bugenhagenschule.

Während Vorsitzender Nooruddin Chaudhry mit seinen Söhnen bereits seit vielen Jahren teilnimmt, waren die Kinder Haisefa (8), Zayan (10) und Shayan (8) in diesem neuen Jahr zum ersten Mal mit den Großen dabei. Und es machte ihnen sichtlich Spaß – trotz des Nieselregens und der kühlen Temperaturen. Gegen Mittag waren die Tonnen reichlich befüllt, wenn auch nicht so voll wie in anderen Jahren. „Es ist mit dem Müll nach Silvester eher weniger geworden. Vielleicht sind die Schleswiger einfach etwas sparsamer geworden“, meinte Horst Wilke.

Die Neujahrsaktion von „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ findet deutschlandweit in 180 Orten statt. Dieses öffentliche „Zeichen setzen für ein offenes Miteinander und gegen Fanatismus“ geschieht nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Mitglieder von Ahmadiyya in vielen islamischen Ländern, darunter Pakistan, nicht als Muslime anerkannt und von islamischen Fanatikern verfolgt werden. Dabei setzt sich die pazifistische Reformgemeinde, die 1889 in Indien gegründet wurde, für eine friedliche Interpretation des Islams ein und betont die Bedeutung von Frieden und Toleranz. Weltweit ist Ahmadiyya in 190 Ländern vertreten und hat 80 Millionen Mitglieder, darunter 30 000 in Deutschland.

Im nächsten Jahr wollen alle Schleswiger Mitglieder wieder dabei sein. Wer auch beim gemeinschaftlichen Neujahrsputz mitmachen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen, betonte Tahir Chaudhry.

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