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Begleiteter Urlaub : Sicher unterwegs – auch mit Rollator

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

DRK-Kreisverband Flensburg unterstützt Menschen mit Gehhilfen, die auf Reisen gehen möchten

Ilse Hagemann aus Kiel ist auf einen Rollator angewiesen. Vom Reisen hält sie das nicht ab, denn es gibt ja Helga Christensen aus Struxdorf und die „sorgt für Sicherheit“. Christensen arbeitet ehrenamtlich als Reisebegleiterin für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die sich alleine eine Reise nicht mehr zutrauen.

Damit Menschen wie Ilse Hagemann nicht zu Hause vor dem Fernseher sitzen bleiben müssen, bietet der DRK-Kreisverband Flensburg sogenannte „Begleitete Reisen“ an. Diese führen mit dem Bus in bekannte Bäder Deutschlands und Europas oder mit dem Flugzeug in weiter entfernte Ziele. Allen Reisen gemein ist das Abholen der Teilnehmer von Zuhause durch ehrenamtliche Reisebegleiter und das Zurückbringen dorthin. „Mein Gepäck und ich werden vor der Wohnungstür abgeholt – mein Rollator natürlich auch. Nur den Koffer, den muss ich noch selbst packen“, berichtet Hagemann, die bereits mit dem DRK in Bad Salzuflen und Bad Bevensen war und dank der Hilfe von Helga Christensen und ihrer Kolleginnen nun völlig sorglos verreisen könne, denn „die Damen stehen uns immer zur Verfügung, wenn Hilfestellung erforderlich ist.“

Bei Interessenten, die zu weit von Flensburg entfernt sind, arbeite man mit anderen DRK-Kreisverbänden zusammen, berichtet Helga Christensen. Der Transport von Gepäck und Rollatoren sei selbstverständlich. Und bei Flugreisen werde beim Einchecken geholfen und die Reisenden würden zum Sitzplatz begleitet. „Wir unterstützen die Urlaubsgäste in allen Angelegenheiten, kümmern uns um ihr Wohlbefinden und vermitteln Sicherheit“, sagt Helga Christensen, die meist mit ihrer Kollegin Valborg Sasse zusammenarbeitet. Typische Aufgaben für die ehrenamtlichen Reisebegleiterinnen sind das Stützstrümpfeanziehen, Haarewaschen oder die Morgengymnastik.

Ein immer wieder beeindruckendes Erlebnis sei für sie die Toilettenpause an den Autobahnraststätten, sagt Helga Christensen. Während die Begleiterinnen die 20 bis 30 Gäste über die Bustreppe auf den Rastplatz führten, hole der Busfahrer die Rollatoren aus dem Kofferraum. „Faszinierend ist für mich immer wieder, dass diese langwierige Aktion in der Hektik an einer Autobahnraststätte nie zu Gemecker führt“, so Christensen. Aber das läge vermutlich daran, dass alle Mitfahrer ähnliche Handicaps hätten.

Am Zielort organisiere man Kontakt zum örtlichen Pflegedienst – sofern er benötigt werde, fährt Christensen fort. „Und ansonsten sind wir einfach da.“ Auch auf die Frage, warum sie sich als 64-jährige Rentnerin dieser Aufgabe annimmt, für die sie allenfalls ein Taschengeld erhält, weiß sie eine Antwort: „Es ist eine tolle Aufgabe, die einen erfüllt.“ Leider sei diese Art zu reisen noch viel zu wenigen Senioren bekannt, bedauert Christensen.

Doch die Teilnehmer seien begeistert – so wie Ilse Hagemann: „Am Urlaubsort werden gemeinsame Busfahrten unternommen, um die Landschaft zu erkunden. Wer will, kann seine Zeit alleine verbringen, an gemeinsamen Spaziergängen teilnehmen oder sich mit anderen Mitreisenden zusammentun“, sagt diese. Und am Abend oder bei Regenwetter liessen sich Helga Christensen und Valborg Sasse immer etwas einfallen . „Es gibt viel Spaß“, so Ilse Hagemann.


>In diesem Jahr sind Busreisen nach Bad Zwischenahn und Bad Bevensen geplant. Flugreisen gehen nach Mallorca, Rhodos, Bulgarien, Teneriffa, in die Türkei und an die spanische Küste. Eine Mittelmeerkreuzfahrt ist auch geplant. Kontakt zu „Betreuten Reisen“ erhält man bei Ute Novak oder Heidi Kühl beim DRK-Flensburg unter Tel. 0461/14  04  60  30.

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