Störche : Seltenes Naturschauspiel im Börmer Koog

In der Geestgemeinde sieht man dieser Tage Storchengruppen mit bis zu 65 Tieren / Altvögel machen Flugübungen mit den Jungtieren

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19. August 2011, 09:08 Uhr

Börm | Wie in jedem Jahr versammeln sich die Störche ab Mitte August, um gemeinsam in den Süden, in ihr Winterquartier, zu fliegen. So kommt es oft vor, dass sich Gruppen von acht bis 15 Vögeln zusammenfinden und den Tag auf Grünlandweiden verbringen.

Im Börmer Koog ist seit der vergangenen Woche ein außergewöhnliches Naturschauspiel zu sehen: Hier treffen besonders viele Störche aufeinander. Mitunter sind bis zu 65 Exemplare auf einen Schlag zu sehen. Zwischendurch steigen die Jungvögel unter ihnen auf und üben mit den älteren, wie sie die Thermik für das Fliegen ausnutzen können. Besonders erwähnenswert ist, dass auch ein Schwarzstorch zusammen mit den Weißstörchen im Koog gesichtet wurde. Er gehört zu den Waldbrütern und ist neben dem Weißstorch die einzige in Europa brütende Storchenart.

"Diese Ansammlung von Störchen im Börmer Koog war noch nie zu sehen", sagt Hans-Joachim Schoof, Vorsitzender des Börmer Naturschutzvereins. Auch dem Storchenbetreuer für den Landkreis Schleswig-Flensburg, Jörg Heyna, ist eine derartige Konzentration von Störchen in dieser Region nicht bekannt. Er hat sich die Mühe gemacht, die Beringungsdaten dieser Störche mit einem Spektiv zu ermitteln und mit der Datenbank zu vergleichen. So stellte sich heraus, dass die große Mehrheit der Jungstörche aus den Jahren 2010 und 2011 stammte und zwar aus Wohlde, Hollingstedt, Börm und natürlich auch aus Bergenhusen.

Ebenfalls ein nicht brütender Altstorch aus Tellingstedt und ein Storch, der 1994 in Ribe (Dänemark) beringt wurde und seit Jahren Brutvogel in Ostenfeld ist, befanden sich in der Gruppe. "Auch hier ist erkennbar, dass das Verhalten der Jungstörche sich verändert hat. Kamen sie sonst erst nach der Geschlechtsreife in drei bis vier Jahren aus dem Süden ins hiesige Brutgebiet zurück, tauchen sie jetzt schon nach dem ersten Winter wieder hier auf", so Heyna. Er weiß: "Die Jungstörche, die ungefähr eine Woche vor den Altstörchen in den Süden fliegen, fliegen nicht allein, sondern werden von erfahrenen Vögeln angeführt, die hier keine Brut hatten oder ganz früh gebrütet haben." Diese Veränderungen seien erst durch die Einführung der Beringung nachzuweisen gewesen.

Der Herbst naht mit großen Schritten - darauf weisen die großen Storchengruppen nur allzu deutlich hin. Die ersten Störche aus Schleswig-Holstein wurden vor drei Tagen auf ihrem Flug in den Süden auf einem Rastplatz in der Nähe von Celle erkannt - anhand ihrer Beringungsdaten.

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