Gemeindehaushalt : Selk schließt die Untersuchungsakte

Bürgermeister Klaus Dietrich (Mitte) verabschiedete die ehemaligen bürgerlichen Ausschussmitglieder Klaus Prien (l.) und Mathias Kolaczinski.
Bürgermeister Klaus Dietrich (Mitte) verabschiedete die ehemaligen bürgerlichen Ausschussmitglieder Klaus Prien (l.) und Mathias Kolaczinski.

Die Prüfung der Haushalte 2013 und 2014 endet in Selk ohne Beanstandungen – und Ex-Bürgermeister Arne Reimer erscheint nicht zu seiner eigenen Verabschiedung.

shz.de von
01. Juli 2015, 08:12 Uhr

Am Ende hatten Selks Gemeindevertreter dann doch nichts zu beanstanden. Im Schnelldurchlauf wurden die Bilanzen für die Jahre 2013 und 2014 einstimmig beschlossen – und im gleichen Zuge ad acta gelegt. „Damit ist der Haushalt abgeschlossen“, sagte Bürgermeister Klaus Dietrich in der jüngsten Gemeinderatssitzung, die im Kulturzentrum stattfand – und für die sich eine Hand voll Bürger interessierte.

Zwei Wochen zuvor hatten die Vertreter des Bau- und Finanzausschuss öffentlich Bedenken geäußert, dass mit den Haushaltszahlen und einigen Ausgaben der Gemeinde alles in Ordnung sei. Fehlanzeige? „Wir haben die Unterlagen gesichtet und stichprobenartig geprüft. Diese haben wir ohne Beanstandung vorgefunden“, sagte Gemeindevertreter Thilo Kolberg nun. Mehr Worte wurden darüber nicht verloren – zumindest nicht im öffentlichen Teil der Sitzung. Und so wunderte es die Zuschauer auch nicht, dass der siebente Tagesordnungspunkt „Verabschiedung“ des ausgeschiedenen Bürgermeisters Arne Reimer und des Gemeindevertreters Dr. Ulrich Siems nicht stattfand. Reimer und Siems ließen sich durch die Haddebyer Amtsverwaltung entschuldigen.

Indes verabschiedet wurden die beiden „bürgerlichen“ Ausschussmitgliedern Klaus Prien und Mathias Kolaczinski, die die Gemeindevertreter in der vorherigen Legislaturperiode einige Jahre ehrenamtlich unterstützt hatten.

Auch in Sachen energetische Sanierung des Sport- und Kulturzentrums wollten die Gemeindevertreter nun die Akten schließen. „Damit es endlich mal ein Ende nimmt“, sagte Klaus Dietrich. Nachdem das rund 1300 Quadratmeter große Gebäude aus den 1960er Jahren im vergangenen Jahr für rund 580  000 Euro energetisch saniert wurde, regnete es hinein. Nach einer Sichtung stellten die Gemeindevertreter marode Stellen am betagten Dach fest, von wo aus es in den frisch sanierten Teil des dort untergebrachten Kindergartens hinein regnet. Auf Anfrage der SN teilte der Architekt mit, dass das Dach nicht Gegenstand der geplanten Sanierung gewesen sei – und die Mängel des Dachmaterials der Gemeindevertretung rund um den mittlerweile ausgeschiedenen Bürgermeister Arne Reimer durchaus bekannt gewesen seien – die Finanzierung für eine Behebung des Schadens jedoch nicht ausreichend gewesen wäre. Also ließ man die Finger vom Dach. Offenbar unklar ist, ob dies im Selker Gemeinderat kommuniziert und alle Vertreter in Kenntnis gesetzt wurden. Die Sanierung wurde mit einer Finanzspritze von 289  000 Euro von der Europäischen Union gefördert. Dass das Projekt der Gemeinde Selk am Ende rund 31  000 Euro an Mehrkosten bescherte, sahen die Vertreter nun gelassen. „Eigentlich ist das eine Punktlandung“, sagte Gemeindevertreter Georg Rickerts. „Das Projekt hat uns viel Arbeit bereitet und unseren Haushalt belastet. Unabhängig davon war es eine gute Investition. Mal schauen, wie es sich mit dem Dach entwickelt“, sagte Gemeindevertreter Christoph Brügmann.

Die letzten Nachbesserungen einer bislang nicht rund laufenden Steuerung der Pellet-Heizungsanlage, die seit einem Jahr von dem Architekten und den beteiligten Firmen angefordert wird, will die Gemeinde nun mit 350 Euro aus der eigenen Tasche finanzieren. „Für uns ist die Maßnahme damit abgeschlossen und wir können auch diese Akte schließen“, sagte Dietrich.

Weiteres in Kürze:

>Dem Beitritt der Gemeinde zur Gründung eines Fördervereins gemeindeübergreifender Geschichte im Amt Haddeby erbittet sich die Gemeinde Bedenkzeit, da sich die Vertreter weitere Informationen über das Projekt einholen möchten.

>Die Baumaßnahmen zur Oberflächenentwässerung in Altmühl können nun beginnen.

>Die Instandsetzung der Banketten an den Gemeindestraßen sollen demnächst erfolgen.

Nachdem die Kündigung des Bücherei-Busses zum 31. Dezember dieses Jahres bestätigt wurde, beschlossen die Gemeindevertreter nun eine Zuwendung von 400 Euro, die der Bücherei Busdorf zunächst einmalig für das Jahr 2016 überwiesen wird.

Die Sitzung endete mit dem nichtöffentlichen Teil. Darin ging es um die Vertragsangelegenheiten des Kiesabbaus.

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