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Schleswiger Nachrichten

16. August 2017 | 17:46 Uhr

Seit 75 Jahren eine Gemeinde

vom

Borgwedeler und Stexwiger feierten gemeinsam das Fusionsjubiläum mit Theater, Kinderzauberer, Quizrallye und vielem mehr

Borgwedel | Im Amtsblatt der Regierung zu Schleswig vom 30. April 1938 verkündete der Regierungspräsident, dass die Gemeinden Borgwedel und Stexwig mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 zu einer Gemeinde mit dem Namen Borgwedel zusammengeschlossen werden. Unter dem Motto "75 Jahre eine Gemeinde" wurde dieses Jubiläum nun an drei Festtagen gefeiert. "Anlass ist nicht die Art und Weise des Zusammenschlusses durch die Naziherrschaft", so Bürgermeister Holger Weiß am Festabend, "wir feiern vielmehr die harmonische Gemeinschaft, die sich bei aller Rivalität in diesen 75 Jahren zwischen den beiden Dörfern entwickelt hat."

Begonnen hatten die Festtage mit einer von Brigitte Döhren ausgearbeiteten Fußgängerrallye, bei der die Teilnehmer viele Fragen zum Dorf und zur Natur beantworten mussten. Den ersten Preis errang Hannelore Pilchowski.

Am Abend folgte in der Kulisse des Ziegelschuppens auf dem Gelände des Naturerlebnisraumes die Aufführung des Theaterstückes "Ziegelkampagne 1838". Die von der Freiwilligen Feuerwehr herangeschafften Bänke reichten nicht aus, um alle Gäste - es waren an die 200 - mit Sitzplätzen zu versorgen. Das von Sigrid Reinhold geschriebene Stück erinnert an die Zeit, als Jahr für Jahr Wanderziegler aus Lippe nach Borgwedel kamen, um vom Frühling bis zum Herbst in der Ziegelei zu arbeiten. In einer Mischung aus Hochdeutsch, Lippsker Platt und Borgwedeler Platt zeigten die Darsteller - allesamt Borgwedeler und Stexwiger - ein buntes Treiben mit amüsanten Begegnungen zwischen den Zieglern und den Einheimischen und vielen munteren Gesängen zur Feier des millionsten Ziegels, in die am Ende auch die Zuschauer einstimmten. Fachmännische Unterstützung hatte des Ensemble von Peter Philipp bekommen, der Regie führte. Am Ende wurden die Gäste zu Lippischen Plikert (Pfannkuchen) eingeladen.

Am Sonnabend folgten Spiele aller Art auf dem Platz neben dem Dörps- und Sprüttenhuus. Beim Fußballspiel trafen Mannschaften aus Borgwedel, Stexwig und dem Amt Haddeby aufei nander. Am Ende ging das Amt als Sieger hervor. Bei den Kindermannschaften gewannen die Borgwedeler mit 3:1 gegen die Stexwiger. Amtsvorsteher Ralf Feddersen überreichte als Gastgeschenk ein Wikingerschild mit Amtswappen.

Die "Nonsens-Olympiade", ein Parcours mit sechs lustigen Wettkämpfen, ausgerichtet von Susanne Boockhof und Christian Witt, gewann die Familie des Bürgermeisters Holger Weiß. Im Rahmen des Festabends mit Tanzmusik stellte Altbürgermeister Uwe Jensen die von ihm zusammengestellte Chronik zur Kommunalpolitik der Gemeinde vor, Band 4 der vom Ortskulturring herausgegebenen Borgwedeler Hefte zur Geschichte der Gemeinde. In der Chronik wird die Entwicklung der Kommunalen Selbstverwaltung in der Gemeinde von den Anfängen in der Preußenzeit bis zur Gegenwart dargestellt. Unter dem Motto "Demokratie im Dorf" werden alle Gemeindevertretungen und deren wichtigsten Beschlüsse, die sechs Bürgermeister, die Wahlergebnisse und die Parteien und Wählergemeinschaften vorgestellt. Es folgen Kapitel zu den wichtigsten kommunalen Themen wie die bauliche Entwicklung vom Bauerndorf zur Wohngemeinde, vom "Plumpsclo zum Schönungsteich", vom Ausbau der Straßen und Wege bis hin zum "langen Weg ins schnelle Internet".

Gestern dann standen die Kinder im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Leider hatte es der Wettergott mit den Machern des Kinderfestes am "Dörps- und Sprüttenhuus" nicht so gut gemeint. Doch auch durch mehr oder weniger heftige Regenschauer ließen sich die kleinen Teilnehmer die gute Laune nicht vermiesen. Hauptorganisatorin Peggy Nitribitt und ihr Team verlegten kurz entschlossen die Hauptaktivitäten des Festes in die Innenräume. Insgesamt acht Spiele und Aktivitäten wurden den Kindern geboten, von Nageleinschlagen über den Bau von Vogelhäuschen bis hin zum Flaschenstapeln - aber mit den Füßen.

Hauptattraktion des Kinderfestes war aber ohne Zweifel der Auftritt von "Tutti, dem Kinderzauberer", mit bürgerlichem Namen Thorsten Dankworth aus Kropp, der mit seinem Programm die Kinder zu Begeisterungsstürmen hinriss. Und zum Abschluss des Borgwedeler Kinderfestes wurden nach den Ergebnissen der verschiedenen Spiele Königspaare in den unterschiedlichen Altersklassen gekrönt und die Spielteilnehmer mit kleinen Preisen belohnt.

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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