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Schleswiger Nachrichten

19. September 2017 | 17:31 Uhr

Lindaunis : Segler hängen vor der Brücke fest

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach zwei Wochen soll die Schleibrücke in Lindaunis endlich repariert werden.

von
erstellt am 28.Jun.2017 | 14:53 Uhr

Eigentlich sollte es nur ein kleiner, schöner Segeltörn durch die Schlei werden. Die Sonne ließ sich gelegentlich blicken, es gab ausreichend Wind – eigentlich ideale Bedingungen um das Boot mal wieder so richtig in Fahrt zu bringen und gleichzeitig zu entspannen. So hatte sich ein Schleswiger Segler das Wochenende vorgestellt. Doch daraus wurde nichts. Die Ausfahrt endete an der Brücke Lindaunis. Nach angemessener Wartezeit hatte der Mann Gelegenheit, den Brückenwärter zu fragen und bekam die Auskunft, die Brücke sei defekt und lasse sich nicht anheben, um die Sportboote durchzulassen. Dem Paar blieb nichts anderes, als sich wieder auf den Heimweg zu machen.

Bis zu einer offiziellen Auskunft war es gestern ein weiter Weg. Auf die ersten Nachfrage bei der Bahn am Vormittag folgte ein entschiedenes Dementi. „Brückensperrung? Das wüssten wir. Und liegt keine Meldung vor“, erklärte eine Dame aus der Presseabteilung. Alles ein Irrtum? Der Brückenwärter in Lindaunis nimmt den Hörer nicht ab. Im Restaurant nebenan weiß man nur, dass die Brücke für Autos befahrbar ist. Erst der Brückenwärter in Kappeln kann eine klare Auskunft geben. „Ja, ich habe eine Mitteilung auf dem Tisch. Die Brücke ist bis einschließlich Mittwoch gesperrt.“ Warum, kann aber auch er nicht sagen.

Also doch. Erneute Anruf im Pressezentrum der Bahn. Nach einiger Recherche erklärt Pressesprecherin Sabine Brunkhorst, dass die Brücke schon seit knapp zwei Wochen defekt ist. „Es ist offenbar ein Verschluss gebrochen, die Brücke lässt sich nicht mehr öffnen. Auf den Bahn- und den Autoverkehr hat das allerdings keinerlei Einfluss.“ Für die Segler allerdings sei die Situation äußerst misslich. Die Pressesprecherin kündigte an, dass ein Stahlbauunternehmen sich heute mit der Reparatur beschäftigen werde. Wenn alles klappt, soll die Brücke morgen wieder in Betrieb genommen werden.

Mit der Veröffentlichung der Sperrung und der Information der Segler hat die Bahn offensichtlich so ihre Probleme. Das Angebot unserer Zeitung, über alle Verkehrsbehinderungen auf der Schlei zu berichten, soll nun bahn-intern diskutiert werden.

Dass die alte Schleibrücke bei Lindaunis ein ärgerliches Verkehrshindernis darstellt, ist nicht erst seit gestern bekannt. Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren Sperrungen gegeben. Wenn diese den Straßenverkehr oder die Bahn betrafen, wurden diese auch regelmäßig bekanntgegeben. Dass es aber auch Verkehrsprobleme gibt, wenn die Brücke nicht mehr hochgeklappt werden kann, scheint noch nicht so recht ernst genommen zu werden. Zu welchem Frust das führt, weiß Rainer Dücker, vom Schlei Segel Club. Er führt das Vereinslokal im Schleswiger Stadthafen und bekommt die Emotionen hautnah zu spüren. „Eine Benachrichtigung über die defekte Brücke haben wir nicht bekommen. Wir wissen inzwischen aber Bescheid, weil uns die Segler erzählt haben, dass in Lindaunis Schluss ist.“ Eine unangenehme Situation für die eingeschlossenen Segler. Zwar gilt auch die Große Breite als hervorragendes Segelrevier, aber viele möchten eben auch gern in die Ostsee. Das aber ist seit zwei Wochen nicht möglich. Noch härter als die Schleswiger Wassersportler trifft das ein Ehepaar, das während eines Urlaubstörns eigentlich nur einen kleinen Abstecher nach Schleswig machen wollte und nun schon seit längerer Zeit am äußersten Ende der Schlei festsitzt. Gefangen von der maroden Brücke Lindaunis. Dass die Stadt auch viel zu bieten hat und die störende Brücke spätestens 2020 durch einen Neubau ersetzt sein soll, ist für die allerdings nur ein schwacher Trost.

Gabi und Werner Simek aus Duisburg sehen die Sache gelassener. Sie hatten sich in der vergangenen Woche in Schleswig ein Hausboot gemietet und wollten nach Kappeln, doch vor der Klappbrücke war die Fahrt zu Ende. Das war am vergangenen Donnerstag. Das Ehepaar hat dann vor einem Campingplatz bei Goltoft festgemacht und erkundet die Schlei mit dem Kajak. „Hauptsache auf dem Wasser“, sagen sie.

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