Schleswig : Segler fürchten um ihre Parkplätze

Georg Thomsen am Ende des Strandwegs: Auch außerhalb der Wassersport-Saison stehen hier zahlreiche Autos.
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Georg Thomsen am Ende des Strandwegs: Auch außerhalb der Wassersport-Saison stehen hier zahlreiche Autos.

Mitglieder der fünf Wassersport-Vereine am Luisenbad blicken mit Sorge auf geplante Großveranstaltungen auf den Königswiesen.

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31. Januar 2018, 07:00 Uhr

Schwierig, sagt Georg Thomsen, ist die Situation schon seit zehn Jahren. In diesem Sommer könnte sie dramatisch werden, ahnt der Vorsitzende des Schlei-Segel-Clubs (SSC). Die Wassersportler fürchten um ihre Parkplätze, wenn im August über mehrere Wochen gleich nebenan das Kulturfestival „Norden“ stattfindet. „Während der Wikingertage ist es schon jetzt fast unmöglich, hier einen Parkplatz zu finden“, sagt Thomsen.

Kurz vor dem Luisenbad, am Ende des Strandwegs, haben fünf Vereine ihre Clubhäuser und Bootsstege. Neben dem SSC sind dies der Segelclub Ahoi, der Kanuclub Schleswig, der Domschul-Ruderclub und der Dänische Ruderclub. Alle zusammen haben fast 1500 Mitglieder – und 35 öffentliche Parkplätze. Hinzu kommen jeweils eine Handvoll Plätze direkt vor der Bootshalle des SSC und vor dem dänischen Clubhaus und der kleine Wendehammer vor dem Gelände des Kanuclubs.

Vor der Landesgartenschau 2008 war das anders. Da gab es nicht nur 55 Parkplätze auf einer Fläche, die heute zu den Königswiesen gehört, man konnte außerdem auf dem Hafenplatz zwischen den Clubhäusern und dem Hotel Strandhalle parken. Diese Fläche ist jetzt durch Poller abgesperrt und wird nur geöffnet, wenn eine Regatta oder eine andere große Veranstaltung ansteht.

Vielleicht würden die vorhandenen Parkplätze leidlich ausreichen, wenn wirklich nur die Wassersportler sie nutzen würden, meint Georg Thomsen. Doch obwohl im Januar kaum ein Segler zum Clubhaus kommt, sind gestern Vormittag fast alle Parkplätze belegt. Dass es überhaupt noch Lücken zwischen den Autos gibt, führt Thomsen auf die Zeugnisferien an der Domschule zurück. „Die Domschüler betrachten sich als Anlieger“, sagt er achselzuckend. Der Parkplatz ist zwar öffentlich, die Straße, die zu ihm führt, ist aber nur für Anlieger frei. „Aber was ein Anlieger ist, das ist ja Interpretationssache“, sagt Thomsen. „Letztlich hat auch jemand, der auf den Königswiesen spazieren gehen will, hier ein Anliegen.“ Nicht nur das Kulturfestival, sondern auch die neue Wohnbebauung an den Königswiesen bereitet dem SSC-Vorsitzenden Sorgen. Von den geplanten Parkgebühren in der Innenstadt noch gar nicht zu reden.

Abhilfe erhofft sich Thomsen jetzt von der Stadt Schleswig. Sowohl in der Verwaltung als auch in der Politik spüre er Verständnis für die Probleme der Wassersportler. Das zeigte sich auch, als Thomsen kürzlich im für die Königswiesen zuständigen Kultur- und Tourismusausschuss vorstellig wurde. Eine konkrete Lösung für das Problem zeichnete sich allerdings noch nicht ab.

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