Bischof Magaard auf der „Walter Merz“ : Segen für die Seenotretter

Auf dem Rettungsboot: Bischof Gothart Magaard im Gespräch mit Schiffsführerin Vivian Clausen.
Auf dem Rettungsboot: Bischof Gothart Magaard im Gespräch mit Schiffsführerin Vivian Clausen.

Schleswigs Bischof Gothart Magaard würdigt die ehrenamtliche Arbeit auf dem Rettungsboot „Walter Merz“.

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24. Mai 2018, 07:46 Uhr

Der hohe Besuch kam zu Fuß: Bischof Gothart Magaard hat sein Büro nur wenige Meter vom Stadthafen entfernt. Schon unzählige Male ist er am Ponton der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und am Rettungsboot „Walter Merz“ vorbeigekommen. Gestern ging er zum ersten Mal mit an Bord. Schiffsführerin Vivian Clausen – im Hauptberuf Architektin – nahm ihn mit auf eine kleine Runde über die Schlei zwischen Möweninsel und Holm. Vormann Paul Cugier berichtete von der Arbeit der 20 ehrenamtlichen Retter, die innerhalb weniger Minuten ausrücken, wenn wieder einmal eine Jolle auf der Großen Breite gekentert ist oder sich eine Yacht in der Stexwiger Enge festgefahren hat.

Rund 30 Einsätze gibt es im Jahr. In diesem Jahr waren es bereits fünf. Der spektakulärste war während des Oststurms im März, als sich das Wohnschiff „Aquarius“ vor der Freiheit vom Anker losgerissen hatte. „Der Eigner war nicht an Bord, und sein Sohn war mit der Situation überfordert“, erinnerte sich der Vormann.

Mit seinem Besuch, sagte der Bischof, wolle er ein Zeichen setzen und „einen ganz wichtigen zentralen Dienst“ würdigen, der ehrenamtlich geleistet werde. Die DGzRS stellt, ohne Steuergelder zu beanspruchen, in Schleswig wie in 53 weiteren Stationen entlang der deutschen Küsten, im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums den Rettungsdienst auf See sicher. Die 20 Retter aus Schleswig sind in vier Gruppen aufgeteilt, die im wöchentlichen Rhythmus rund um die Uhr bereit stehen. Nachwuchs zu gewinnen, ist nicht einfach, so Cugier. Denn nicht jeder Arbeitgeber ist begeistert, wenn sein Angestellter plötzlich alles stehen und liegen lassen muss, weil auf seinem Handy die Einsatz-Aufforderung von der DGzRS-Zentrale in Bremen aufblinkt. „Im öffentlichen Dienst funktioniert das noch am einfachsten“, sagt Cugier.

Aber auch den Arbeitnehmern im Zuständigkeitsbereich von Gothart Magaard ist es möglich, Beruf und Seenotrettung miteinander zu verbinden. Einer der Retter, die mit dem Rettungsboot „Walter Merz“ von Schleswig aus ausrücken, ist Michael Bruhn, Pastor im Bibelzentrum am St.-Johannis-Kloster. Er zählt zu den erfahrensten Seeleuten der Nordkirche: Bruhn ist auch Skipper des „Jesusbootes“, das im Stadthafen unweit der „Walter Merz“ seinen Liegeplatz hat.

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