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Maasholm : Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ wird 2018 ausgemustert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Profis der DGzRS auf dem Kreuzer „Nis Randers“ verzeichneten 54 Hilfeleistungen, 18 Kranken- und Verletzten-Transporte und drei Bergungen.

Wie sich die Bilder gleichen: Da liegt am Ende der Schumacherbrücke – wie immer – der 23 Meter lange Kreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), doch beim näheren Hinsehen ist das gar nicht die hier beheimatete „Nis Randers“, sondern der baugleiche Reserve-Kreuzer „Vormann Jantzen“. Seit Ende Oktober wird das Maasholmer Schiff in einer Rostocker Werft einem Routine-Check unterzogen. Das einheimische Crewmitglied Andreas Doose freut sich schon auf Mitte Januar, wenn die „Nis Randers“ zurück kommt. „Zuvor erhält sie noch einen neuen Anstrich und auf LED umgerüstete Scheinwerfer“, berichtet er.

An Bord des Schwesterschiffs teilen sich an diesem Tag fünf Seenotretter den Dienst: Vormann Uwe Radloff aus Wilhelmshaven und Leif Rower aus Langballig von der Stammbesatzung der „Vormann Jantzen“ sowie die Maasholmer Thomas Mischke und Andreas Doose von der „Nis Randers“. Mit zu diesem „Bündnis“ gehört auch Steffen Ottsen, Vormann der aus einem Dutzend Kräfte bestehenden Freiwilligen-Crew des Maasholmer Rettungsbootes „Wuppertal“. Diese Mannschaft wacht und rettet hauptsächlich auf der Schlei – im Bereich der Mündung bis hin zur Brücke von Lindaunis. Zu deren 14 Einsätzen im Jahr 2016 zählen acht Hilfeleistungen und eine Bergung.

Die Profis der DGzRS auf dem Kreuzer „Nis Randers“ verzeichneten 54 Hilfeleistungen, 18 Kranken- und Verletzten-Transporte, 18 vergebliche Fahrten und drei Bergungen. Bei 224 Gesamtfahrten legte das Schiff 3500 Seemeilen zurück. Den größte Einsatz fuhr die Crew im Mai, als vor Kalkgrund ein Segelschoner und eine Segelyacht kollidiert waren. Durch die Löcher in den Bootswänden drang Wasser ein, und die Schiffe drohten zu sinken. Es gelang, diese Schadstellen notdürftig abzudichten und Tauchpumpen einzusetzen. Tragisch hingegen endete ein Einsatz im Sommer, der auf der Schlei erforderlich war. Damals war der Skipper eines Jollenkreuzers über Bord gefallen. Dessen Sohn versuchte vergeblich, ihn ins Boot zurückzuziehen. Eine fieberhafte Suche begann. Mit dem Tochterboot „Onkel Willi“ bargen die Maasholmer nach einer Stunde den leblosen Körper. Die Reanimation blieb erfolglos. Die Notärzte stellten den Tod des Skippers fest.

Mit „gemischten Gefühlen“ blickt die Crew der „Nis Randers“ in die Zukunft. Fest steht bisher nur, dass ihr Schiff noch ein Jahr lang im Einsatz bleibt. Die Ausmusterung aus der Flotte der DGzRS steht dann nach 28 Jahren bevor. Der neue Rettungskreuzer ist noch nicht vom Stapel gelaufen. Das veränderte Konzept der Zentrale in Bremen sieht vor, dass die Besatzung in Landunterkünften übernachten soll, und deshalb wird Port Olpenitz für die Maasholmer der Standort ab 2018 sein. „Wir haben uns damit abgefunden“, sagt Thomas Mischke. Und da der künftige Rettungskreuzer das Geschehen an Bord erheblich verändern wird, gibt es für dieses Gefährt bereits einen Spitznamen: „Nis Anders“.



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