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Schleswiger Nachrichten

18. August 2017 | 03:22 Uhr

Schleswig : Seeadler fliegen auf Schleswig

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Greifvögel haben in diesem Jahr zum zweiten Mal erfolgreich gebrütet – aber ihr Horst am Burgsee ist erneut abgestürzt.

Nicht nur Naturliebhaber jubelten, als ein Seeadler-Paar im vergangenen Jahr erstmals seit etwa 100 Jahren innerhalb der Stadtgrenzen erfolgreich brütete. Die großen Greifvögel direkt vor der eigenen Haustür beobachten zu können, das kam – und kommt noch immer – bei vielen Schleswigern sehr gut an. Zwei junge Adler wurden im Horst am westlichen Ufer des Burgsees damals groß gezogen. Nun haben die Eltern, die seit 2014 in der Stadt heimisch sind und in ihrem ersten Jahr noch ohne Bruterfolg blieben, nachgelegt: Ende März/Anfang April erblickten drei Seeadler-Küken das Licht der Welt. Zwei davon haben es geschafft – und ziehen nun bereits regelmäßig ihre Kreise im Himmel über der Stadt.

„Der dritte Jungvogel ist mehr als eine Woche später geschlüpft als seine beiden Geschwister. Wahrscheinlich haben ihm die beiden anderen, die natürlich deutlich stärker waren als er, nicht viel übrig gelassen, wenn die Eltern mit dem Futter zum Horst gekommen sind“, vermutet Andreas Rau. Der Archäologe auf Schloss Gottorf ist schon lange begeisterter Hobby-Ornithologe und inzwischen, gemeinsam mit Friedrich Neujahr, im Auftrag der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein auch sogenannter „Horstbetreuer“ in Schleswig. Das wiederum bietet sich an: Schließlich kann er von seinem Arbeitsplatz aus fast direkt zum Adlernest hinüberblicken.

Deswegen weiß Rau auch, dass die Großvögel, die eine Flügelspannweite von bis zu 2,40 Meter erreichen, auch in diesem Jahr wieder Probleme mit ihrem selbst gebauten Zuhause hatten. Bereits im Sommer 2015 war der Horst bei einem Sturm zu großen Teilen abgestürzt. Die Eltern scheinen den Standort hoch oben in einer Pappel aber so zu mögen, dass sie ihn Anfang des Jahres wieder aufbauten. Mit dem Ergebnis, dass der Horst Mitte Juli wieder auseinander fiel und die Jungvögel ihre letzten Tage vor dem ersten Ausflug (um den 25. Juli) auf Ästen sitzend verbringen mussten. „Unsere Schleswiger Adler sind offenbar keine guten Bauherren“, meint Rau, der dennoch vermutet, dass die Eltern im kommenden Jahr einen neuen Anlauf starten werden. Vielleicht können die Vögel sich dann über Unterstützung freuen. Denn innerhalb der Projektgruppe diskutiert man laut Rau nun darüber, ob man im Winter eine Nisthilfe unter den Resten des Horstes installiert. Die Jungvögel aus diesem Jahr würden davon dann nicht mehr profitieren können. Wie bereits ihre Vorgänger müssen sie im Laufes des Herbstes das elterliche Revier verlassen. „Da sie nicht beringt werden, wissen wir auch nicht, wo sie sich niederlassen“, sagt Andreas Rau. Das gelte auch für den Nachwuchs von anderen Greifvögeln, die in diesem Jahr ebenfalls „bemerkenswert erfolgreich“ am Burgsee gebrütet hätten: „Gleich zwei Paare von Rohrweihen haben hier insgesamt mindestens sieben Jungvögel zum Ausfliegen gebracht.“

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erstellt am 01.Sep.2016 | 07:43 Uhr

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