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Sturmtief : „Sebastian“ schüttelt Schleswig durch

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Sturmtief „Sebastian“ brauste am Mittwoch mit Böen bis zu 90 Stundenkilometern über die Region.

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 09:00 Uhr

Abgeknickte Äste, herumfliegende Stühle, umgekippte Blumenkübel und ausgefallenen Züge: Sturmtief „Sebastian“ hatte auch Schleswig fest im Griff. Größere Schäden allerdings, wie sie zuletzt Orkan „Christian“ im Oktober 2013 angerichtet hatte, blieben am Mittwoch in der Stadt und dem Umland aus.

Richtig los ging es mit dem Unwetter am frühen Nachmittag. Um 14.05 Uhr brauste eine Böe mit 89 Stundenkilometern über die Stadt. „Das entspricht Windstärke 10, also ist schon ganz ordentlich“, erklärte Frank Kahl vom Schleswiger Wetteramt auf SN-Nachfrage. Das blieb bis zum frühen Abend zwar der Spitzenwert, allerdings gab es immer wieder sehr starke Böen – die auch einige Bäume und Äste abknicken ließen. So verzeichnete die Schleswiger Feuerwehr bis 18 Uhr gleich fünf Einsätze, bei der die Motorsägen herausgeholt werden mussten: Im Flattenberg hatte sich ein größerer Baum gegen ein Haus gelehnt, im Holzredder und an der Stampfmühle lagen jeweils zwei Bäume auf der Fahrbahn, und von der Busdorfer und der Klensbyer Straße mussten jeweils größere Äste entfernt werden.

Auch die Umweltdienste waren ab Mittag mit „voller Stärke“ in Bereitschaft, wie Stadtwerke-Chef Wolfgang Schoofs erklärte. Unter anderem mussten die Mitarbeiter mehrere kleinere abgeknickte Bäume beseitigen. Zudem wurden einige Gullys ausgepumpt, weil sie die Wassermassen des Dauerregens nicht aufnehmen konnten. „Erschwerend kommt hinzu, dass sehr viel Laub von den Bäumen geweht und in die Gullys gespült wurde“, so Schoofs. Passend dazu hatte das Wetteramt bis etwa 18 Uhr rund 19 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. „Das fühlte sich durch den starken Wind zwar noch mehr an, aber dieser Wert ist auch so schon recht hoch, wenn auch nicht dramatisch“, wie Frank Kahl erläuterte.

Dass es in anderen Landesteilen noch heftiger zur Sache ging, bekamen in erster Linie die Bahn- und Autofahrer zu spüren. Während auf der A7 Richtung Süden die Rader Hochbrücke gesperrt wurde, nachdem dort ein Lkw umgekippt war, ging am Schleswiger Bahnhof weder Richtung Süden noch Richtung Norden etwas: Sämtliche Züge fielen aus. Dass die Bahnhofshalle wegen des Streits um die Umbauarbeiten noch immer gesperrt ist, machte es für die vielen Wartenden nicht besser. „Ist doch alles Mist hier“, meinte Pendler Jochen Kühn, der eigentlich nach Hamburg wollte und nun „nach Plan B“ suchte.

Auswirkungen hatte „Sebastian“ auch auf die meisten Schulen in der Stadt. So wurden AGs und Nachmittagsunterricht abgesagt, so dass die Schüler noch am Mittag – also kurz vor dem Sturm – nach Hause gehen konnten. Auch die für den Nachmittag geplante Abschlussparty des Ferien-Leseclubs in der Stadtbücherei wurde abgesagt. Leiterin Ursula Nielsen wählte sich die Finger wund, um allen 41 Kindern, die an der Aktion teilgenommen hatten und nun eingeladen waren, persönlich Bescheid zu sagen. „Bis auf einen Jungen habe ich alle erreicht“, sagte sie. Am Freitag um 15.30 Uhr soll die Feier nachgeholt werden. Ob dann noch der ganze Kuchen, der extra für die für heute geplante Veranstaltung gebacken wurde, gut ist, wusste sie nicht.

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