"Injection" : Schwarz, laut und befreiend

'Injection' sind: Daniel Stelling, Dennis Brocks, Moritz Paulsen, Maxim und Dimitri Drugashov.  Foto: Kahl
"Injection" sind: Daniel Stelling, Dennis Brocks, Moritz Paulsen, Maxim und Dimitri Drugashov. Foto: Kahl

Die Death-Metal-Band "Injection" aus Schleswig "growlt" auf dem "Eggbreakers Ball". Ihre Musik nimmt einen geradezu in den Schwitzkasten.

shz.de von
08. April 2011, 11:16 Uhr

Schleswig | Wenn sich "Injection" zum Proben trifft, führt der erste Gang zum Kühlschrank, in die hintere Ecke des Proberaumes. Das Bier muss kalt gestellt werden, nur das erste wird noch warm getrunken. Es geht bei der wöchentlichen Probe der Death-Metal-Band im Bandhaus des Kulturnetzes auf der Freiheit rustikal zu.
Im Raum dominiert die Farbe schwarz, zum Equipment der Band gehören schwarze Verstärker, Gitarre und Bass, zur Kleidung ein schwarzes Muscle-Shirt, ein schwarzer Kapuzen-Pulli und eine schwarze Unterhose - Schlagzeuger Moritz spielt aus unerfindlichen Gründen ohne lange Hose. Schwarzer Teppich saugt auf dem Boden gelegentlich umfallendes Bier auf und schluckt an den Wänden den Schall. Es gibt eine schwarz-weiß karierte Tischdecke, auf der Bierflaschen und Aschenbecher landen, Gitarrist Dimitri weicht ohne zu murren auf das - klar, schwarze - Sofa aus und spielt sitzend. Kühlschrank und Maxims Gitarre sind weiße, zwei Logos des Vorbildes "Metallica" rote Farbtupfer.
Musik drückt auf die Ohren
Dann legt die Band los, und es wird laut: Die Musik drückt auf die Ohren, den Brustkorb und den Magen. Sie nimmt einen geradezu in den Schwitzkasten. Es klingt nach Maschinengewehrsalven, vorbeirasenden Zügen, Ketten- und Kreissägen.

Death Metal, grob die Musikrichtung der Band, ist negative Gefühlswelt, Stress und Adrenalinausstoß, die zu Musik werden. Sänger Dennis singt nicht, er "growlt", was übersetzt so viel wie brummen oder knurren heißt. Tief und unverständlich ist das. Dennis Fantasie entsprang der Text von "Cure" (Heilung). Er erklärt: "Es geht um einen Psychopathen, der davon beseelt ist, Menschen zu heilen, indem er sie umbringt. So befreit er sie von einem Leben, das nicht lebenswert ist."
"Keine Musikszene ist so friedlich"

Trotz dieser Düsternis wirken die fünf Jungs nett und normal. Für Bassist Daniel nur logisch: "Ich kenne keine Musikszene, die so friedlich ist, wie die Metal-Szene." Alles, was an negativer Energie da ist, entlade sich beim Death Metal spielen oder hören: "Wenn ich schlecht drauf bin höre ich Metal. Danach geht es mir wieder gut", meint Daniel.

Zusammen mit Dennis und Moritz bildet er die Studenten-Fraktion der Band, Maxim ist Tischler und Dimitri Auszubildender Baustoffprüfer. Eine Mischung, die sich seit anderthalb Jahren bewährt: Injection war 2009 die erste Band, die im Bandhaus auf der Freiheit probte.
Dort proben sie unregelmäßig nach Vereinbarung und haben im hauseigenen Tonstudio eine erste eigene Demo-CD produziert. Gelegentlich spielen sie auch ein Konzert. So zum beispiel beim "Eggbreakers Ball" am Sonnabend. Dort spielen "Injection" zusammen mit "Rampage" (Schleswig) und "Divide" (Flensburg) . Um 19 Uhr im Jugendzentrum in der Wiesenstraße geht es los. Zusammen mit den anderen Bands schenken sie den 25 ersten Besuchern eine CD mit einem Lied pro Band.

(stk, shz)

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