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Süssmosterei Steinmeier : Schwache Apfel-Ernte sorgt für trübe Mienen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Süßmosterei Steinmeier in Kaltoft erlebt dritte schlechte Ernte in Folge. Firmenchef ermuntert Bürger zur Anlieferung ihres Gartenobstes.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 07:39 Uhr

Der Herbst ist die Zeit der Äpfel. Rotwangig hängen sie an den Bäumen und fallen herunter, sobald sie reif sind. Ganz Europa erlebt in diesem Jahr eine Apfelschwemme allererster Güte – mit einer Ausnahme. „In Angeln haben wir eine schwache Ernte“, verrät Heinz-Wilhelm Steinmeier, Firmenchef der größten Süßmosterei nördlich des Kanals.

Bei gerade einmal 850 Tonnen verarbeitetem Obst steht die Bilanz in seiner Firma derzeit. Und selbst eine gute Ernte bei den späten Sorten, zum Beispiel Boskop, könnte die Ergebnisse höchstens bis auf die Werte des vergangenen Jahres bringen – von Apfelschwemme also keine Spur. Denn im vergangenen Jahr betrug die Ernte zwar 1300 bis 1400 Tonnen, doch selbst das waren angesichts der Rekordernten der Jahre 2008 und 2009 mit bis zu 4000 Tonnen nur schwache Zahlen.

Genau rechtzeitig war damals die Obstverarbeitungslinie des Unternehmens ausgebaut und ihre Kapazität durch eine Investition von 1,5 Millionen Euro verdoppelt worden. Im Augenblick läuft die Anlage, die pro Stunde zehn Tonnen Äpfel verarbeiten und 10 000 Flaschen Saft abfüllen kann, nur eine kurze Zeit am Tag. Und so ist die Lage seit 2012.

„Drei schlechte Ernten hintereinander hatten wir in unserer über 60 Jahre alten Firmengeschichte noch nie“, hat Juniorchef Dirk Steinmeier festgestellt. Deshalb habe man jetzt durch „Eisfeuer“, einen fertig gewürzten Glühwein, das Wintersortiment erweitert. Auch ist er der Meinung, dass das in den Gärten und Streuobstwiesen anfallende Obst nicht genügend genutzt wird. „Gehen Sie abends in den Garten, sammeln Sie Obst und genießen Sie anschließend ein naturnahes Produkt, dessen gesamte Wertschöpfungskette in der Heimat liegt“, motiviert er potenzielle Kleinanlieferer. Er selbst gehe mit gutem Beispiel voran. Denn seine dreijährige Tochter Elin würde „mit Inbrunst“ Äpfel sammeln und ihn dabei stets mitnehmen.

Karin Hansen aus Westerakeby braucht diese Motivation nicht. Sie kam in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal zur automatischen Kundenwaage – jedes Mal mit etwa 80 Kilogramm Äpfel. „Das mache ich schon seit 30 Jahren“, erklärt sie. Einen Teil ihrer Gutscheine nutzt sie, um für sich selbst Apfelsaft vergünstigt einzukaufen. Den Rest lässt sie sich auszahlen.

Heute hat sie allerdings einen besonderen Wunsch. Sie möchte zehn Liter frisch gepressten, ungefilterten Apfelsaft mit nach Hause nehmen, um Apfelgelee einzukochen. Der Wunsch wird akzeptiert. Aber sie muss damit bis zum nächsten Morgen warten, da das Pressprogramm an diesem Tag bereits beendet ist.

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