Schulverband setzt auf Solidarität

Schöne neue Schulwelt: Böklunds Bürgermeister Johannes Petersen (links), Grundschulleiterin Daniela Juhász und Schulverbandsvorsitzender Dr. Dierk Martin bei der Besichtigung eines der neu gestalteten Klassenräume der Regionalschule Böklund. Foto: Kuhl
Schöne neue Schulwelt: Böklunds Bürgermeister Johannes Petersen (links), Grundschulleiterin Daniela Juhász und Schulverbandsvorsitzender Dr. Dierk Martin bei der Besichtigung eines der neu gestalteten Klassenräume der Regionalschule Böklund. Foto: Kuhl

Nach Neuberechnung der Umlage für Auenwaldschule muss Havetoft 43 000 Euro mehr bezahlen und erwägt den Austritt aus dem Zusammenschluss

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15. Oktober 2011, 08:17 Uhr

Böklund | Resigniert, wie jemand, der nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, verfolgte Havetofts Bürgermeister Peter Hermann Petersen die Diskussion um die Neufestsetzung der Schulverbandsumlage für die Auenwaldschule Böklund. Denn ganz gleich, wie diese Diskussion ausging, die gesetzlich vorgeschriebene Neuberechnung wird seine Gemeinde in einem Maße belasten, die sie bei ihrer momentanen Haushaltslage nicht verkraften kann.

In der Vergangenheit waren sämtliche Schulkosten der angeschlossenen acht Gemeinden zusammengefasst und entsprechend der Finanzkraft verteilt worden. Doch die aktuelle Gesetzgebung verlangt, dass die Schulumlage in Abhängigkeit von der tatsächlichen Schülerzahl an der Schule berechnet wird. Zusätzlich muss jede Gemeinde ihre Gastschulbeiträge (siehe Kasten) selbst bezahlen. Diese Neuberechnung beschert den Gemeinden Böklund, Stolk, Struxdorf und Süderfahrenstedt niedrigere Schulkosten. Idstedt, Klappholz und Uelsby müssen mehr bezahlen. Doch bei keiner ist die Steigerung so stark wie in Havetoft. Gleich um 64 Prozent oder 43 000 Euro steigt die Belastung der Gemeinde. Da machte auch der Solidaritätsfaktor, den die Schulverbandsversammlung bei der Neufestsetzung der Schulumlage durch Berücksichtigung der Finanzkraft der Gemeinden einführte, kaum einen Unterschied. Denn die Hauptbelastung entsteht in Havetoft durch Gastschulbeiträge, die in den Vorjahren anteilig durch die Solidargemeinschaft mitbezahlt wurden.

"43 000 Euro sind eine harte Nummer, wir haben kein Geld", sagte Petersen und deutete die Möglichkeit an, ganz aus dem Schulverband auszuscheiden, falls die Gemeinde an anderer Stelle finanziell besser fahre.

Diese Möglichkeit bestritt Böklunds Bürgermeister Johannes Petersen: "Durch den Solidaritätsanteil bei der Schulumlage kann kein anderer Schulverband günstiger sein als wir." Der Leitende Verwaltungsbeamte Heiko Albert wies darauf hin, dass das Verlassen eines Zweckverbandes, wie es der Schulverband sei, bestimmten Formalismen und auch Kosten unterliege. Außerdem dürfe man sich nicht von niedrigen Gastschulbeiträgen anderer Verbände blenden lassen, da diese im nächsten Jahr durch die Vollkostenrechnung garantiert steigen würden. Und Bernd Gorr, stellvertretender Vorsitzender des Schulverbandes, wusste Abhilfe für die gestiegenen Kosten: "Überzeugen Sie Ihre Bürger davon, ihre Kinder wieder nach Böklund zur Schule zu schicken. Dann sinken auch die Kosten."

Im Vorfeld der Sitzung waren die bereits sanierten Schulräume und die Cafeteria der Auenwaldschule besichtigt worden. Acht Schulräume wurden in den Sommerferien fertiggestellt. In den Herbstferien sollen drei weitere folgen. Eine Hochrechnung habe ergeben, dass man mit der geplanten Million auskomme - auch wenn man außerplanmäßig zusätzliche Schuhschränke anschaffen müsse.

Diese Sonderausgabe für Schuhschränke ergibt sich aus der Reaktion der Regionalschüler, die freiwillig Hausschuhe mitbrachten, um die neue Einrichtung zu schonen. "Dieses Verhalten spricht für das Konzept", stellte Gerhild Westphal, Leiterin der Regionalschule fest. In den renovierten Klassenräumen herrsche eine angenehme Atmosphäre mit niedrigem Geräuschpegel.

Daniela Juhász, Leiterin der Auenwald- Grundschule, gab bekannt, dass ihre Einrichtung jetzt auch am "Fisch-Projekt" teilnimmt, in dem Schüler mit Verhaltensproblemen gemeinsam mit ihren Eltern in speziellen übergeordneten Klassen an diesen Problemen arbeiten.

In einem Vertragswerk wurde die Bewirtschaftung der Cafeteria offiziell dem Förderverein der Regionalschule übergeben. Insgesamt 19 ehrenamtliche Helferinnen versorgen dort unter Leitung des Vorsitzenden Jürgen Steffensen die Schüler mit kleinen Gerichten und einer Mittagsmahlzeit.

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