zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

21. August 2017 | 04:49 Uhr

Schleswig : Schulen vertiefen Zusammenarbeit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Jahr Kooperationsvertrag zwischen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen: Rektorinnen ziehen positives Fazit.

Der Aufwand sei groß, aber er lohne sich – „selbst wenn wir nur einem Schüler helfen würden“, betont Andrea Cooper-Bühring, Konrektorin der Gallbergschule. Seit einem Jahr kooperiert die Gemeinschaftsschule ebenso wie die Dannewerkschule mit den Schleswiger Gymnasien Dom- und Lornsenschule. Durch ihre Vernetzung und den regelmäßigen Austausch untereinander sei das Schulsystem durchlässiger geworden, meint Andrea Schönberg, Leiterin der Dannewerkschule. „So werden Ängste bei den Eltern, aber auch bei den Schülern abgebaut.“ Dies sei in Zeiten ohne Schularten-Empfehlung sehr wichtig, denn „selbst nachdem Eltern eine Schulwahl getroffen haben, bleiben die anderen Türen offen, es gibt keine Sackgasse mehr“.

Derartige Kooperationen zwischen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sind mittlerweile landesweit vorgeschrieben. Im Mittelpunkt stehe, so Cooper-Brühning, „dass jeder Schüler den bestmöglichen Abschluss schafft“. Dass allerdings wie in Schleswig gleich vier Schulen miteinander kooperieren, „ist etwas Besonderes“, sagt Lornsenschul-Leiterin Erdmut Fox. Von den Gemeinschaftsschulen geht lediglich die Bruno-Lorenzen-Schule einen eigenen Weg. Sie arbeitet mit dem Berufsbildungszentrum und seiner gymnasialen Oberstufe zusammen.

Nicht nur die Schulleiter treffen sich regelmäßig, sondern auch die Stufenleiter sowie die einzelnen Fachschaften. Diese Wertschätzung der Kollegen untereinander „finde ich sehr wichtig. So erhält man einen Einblick und es gibt nicht so viele Vorurteile“, meint Schönberg. Davon profitierten Schüler und Lehrer gleichermaßen. „Wenn wir uns besser kennen, sind die Schwellen niedriger und alles ein bisschen einfacher“, stimmt Fox zu. Das Entscheidende dabei sei, für den einzelnen Schüler den jeweils besten Weg zu finden.

Das sei im vergangenen Jahr gut gelungen, sind sie sich einig. Für viele Schüler wurden bei Lernproblemen, aber auch bei besonderer Begabung individuelle Lösungen gefunden, sagt Andrea Schönberg und nennt als Beispiel einen Schüler, der von der Lornsen- auf die Dannewerkschule gewechselt ist, aber weiterhin den Französischunterricht am Gymnasium besucht. Drei Gemeinschaftsschüler wiederum wechselten nach der zehnten Klasse in die Oberstufe der Lornsenschule. Und Domschüler wiederum wurden phasenweise im DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) der Dannewerkschule gefördert. Die Kooperation „ist kein Lippenbekenntnis“, betont Karin Wille, stellvertretende Leiterin der Domschule. Andrea Cooper-Brühning spricht vielmehr von einem „Schüleraustausch innerhalb der Stadt“. Dabei beinhaltet die Kooperation nicht nur individuelle Probezeiten und Schnuppertage für die Schüler an den unterschiedlichen Schulen sowie gemeinsamen Unterricht, sondern auch AG-Angebote. Eigens dafür wird zu Beginn des Schuljahres ein Kooperationskalender abgestimmt, der es den Schülern ermöglicht, vom Angebot der anderen Schulen zu profitieren. Das sei es, „was eine gelungene Schullandschaft ausmachen sollte“, meint Cooper-Brühning.

 

 

 

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 01.Okt.2015 | 07:13 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen