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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 09:07 Uhr

Schleswiger ZOB : Schüler müssen lange warten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt kritisiert, dass die Abfahrtszeiten der Busse ins Umland noch immer nicht an den Nachmittagsunterricht angepasst sind.

von
erstellt am 12.Apr.2017 | 17:11 Uhr

Die achte Stunde an der Lornsenschule endet um 15.15 Uhr. Schüler, die in Silberstedt, Neuberend oder Böklund wohnen, haben danach zwischen 15 und 25 Minuten Zeit, um am Zob ihren Bus nach Hause zu erreichen. Der nächste Bus nach Süderbrarup aber fährt erst um 16.05 Uhr, fast eine Stunde nach Schulschluss. Wer nach Geltorf will, muss sogar bis um 17.15 Uhr warten. „Dieser Zustand ist unzumutbar“, findet Robert Kischkat, der im Schleswiger Rathaus den Fachdienst Bildung leitet. „ Die Wartezeiten resultieren aus Zeiten, in denen die Schule mittags beendet war. Hier ist dringender Anpassungsbedarf gegeben.“ Diese Sätze schickt die Stadt Schleswig jetzt als Stellungnahme an die Kreisverwaltung, die gerade gemeinsam mit dem Kreis Nordfriesland und der Stadt Flensburg an einem „regionalen Nahverkehrsplan“ arbeitet. Das Bemerkenswerte daran: Kischkat brauchte seine Stellungnahme zu diesem Punkt nicht neu zu formulieren. Er konnte einfach einen Brief aus der Schublade holen, den er schon vor fünf Jahren formuliert hatte. Auch damals hatte der Kreis um eine Stellungnahme zu seinem Nahverkehrsplan gebeten. In puncto Schülerbeförderung, kritisiert Kischkat, habe sich seither praktisch nichts geändert. Manche Fahrpläne sehen weitgehend noch genau so aus wie vor 30 Jahren.

Die Mitglieder des Schulausschusses haben sich Kischkats Vorschlag für eine Stellungnahme an den Kreis einstimmig zu eigen gemacht. Ob sich dadurch etwas ändern wird, ist offen. Der regionale Nahverkehrsplan gibt nicht die Fahrpläne vor, sondern nur die Grundtaktung, an denen sich dann die Unternehmen orientieren, die die Buslinien bedienen, sagt Ulrich Thon vom Servicebetrieb der Kreisverwaltung. Die Stadt Schleswig bemängelt indes, dass der Nahverkehrsplan nicht einmal in allgemeiner Form auf die Problematik der Schülerbeförderung am Nachmittag eingehe. „Die Busfahrpläne können nicht auf die Unterrichtszeiten jeder einzelnen Schule individuell abgestellt werden“, hält Thon dem entgegen. Historisch bedingt, meint er, hätten einige Schulen eine andere Erwartungshaltung.

Ausdrücklich erwähnt wird im Nahverkehrsplan die Abstimmung der Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen am Schleswiger Bahnhof. „Für Verbindungen mit hohem Umsteigerpotenzial, aufkommensstarke Verkehrsrelationen, ausgewiesene Zubringerverkehre und im Stadtverkehr ist eine systematische Anschlussplanung und Anschlusssicherung vorzunehmen“, heißt es dort. Dass es hier Defizite gibt, ist in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert worden. Konkrete Verbesserungen ergeben sich aus dem Nahverkehrsplan jedoch nicht.

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