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Dannewerk : Schritt für Schritt bis nach Düppel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 950 Wanderer starteten vom Danewerk aus auf einen zweitägigen und 80 Kilometer langen Gedenkmarsch an den deutsch-dänischen Krieg von 1864.

Bereits in den frühen Morgenstunden versammelten sich die Menschen am Danewerk. 750 Langstreckenwanderer und rund 200 Kurzstreckenläufer trugen Landesfahnen von Dänemark, Norwegen, Schweden und England mit sich. Unter ihnen waren zahlreiche militärische Vertreter der dänischen und skandinavischen Kompanien, insbesondere der Reservistenverbände, die bunt wehende Wimpel präsentierten. Vor ihnen lag der zweitägige kulturhistorische Marsch von 80 Kilometern, der vom Danewerk bis nach Düppel in Dänemark führt und an den deutsch-dänischen Krieg von 1864 erinnern soll, der am 1. Februar vor 150 Jahren begann.

Historische oder sportliche Beweggründe führten die Menschen nun am Danewerk-Museum zusammen, um gemeinsam auf die geschichtliche Reise des „Rückzuges nach Düppel“ zu gehen. Sportler mit Multifunktionskleidung trafen auf Wanderer in historischer Uniform von 1864 – gemeinsam hatten sie jedoch ein Ziel: Düppel. Auf Erinnerungs-Tour an seinen Großvater Christian Nielsen machte sich auch Hans Christian Nielsen (70) aus dem dänischen Rådding auf den Weg. Im Jahr 1841 geboren, nahm Großvater Nielsen am Rückzug vom Danewerk mit nachfolgender Schlacht an den Schanzen von Düppel teil – und überlebte schließlich das Gemetzel. Im Alter von 70 Jahren gründete Nielsen eine Familie – und wurde erstmals Vater. Als Erinnerungsstück blieb ein Orden, den sein betagter Enkel Hans Christian nun achtsam mit sich führte.

Friedlich und rücksichtsvoll ging es zu, als Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen mit Dannewerks Gemeindeoberhaupt Anke Gosch und Marsch-Organisator Karsten Ivstesen die Besucher begrüßte. Lauritzen freute sich über die große grenzüberschreitende Beteiligung und lobte das freundschaftliche Miteinander der vergangenen Jahre: „Glücklicherweise ist dies ein Friedensmarsch.“

In ihren Grußworten hob Gosch die umfangreichen deutsch-dänischen Berührungen hervor, die das aktive Gemeindeleben Dannewerks seit vielen Jahrzehnten bereichern. „Heute gibt es hier keine Grenzkonflikte mehr, heute sind wir Nachbarn und Freunde geworden.“

Der Marsch wurde mit einem Trompetensolo in Gang gesetzt – und in dänisch-deutscher Zusammenarbeit des Grænseegnens Marchforening (DMF), des Dansk Motions Forbund (DMF), des internationalen Volkswandersportvereins sowie des Deutschen Volkswandersport-Vereins (DVV) organisiert und von den örtlichen Sportvereinen unterstützt. Neben Dannewerks Jugendgruppen, dem Sydslesvigsk Forening Dannewerk (SSF) und Dannewerks Gemeindevertretung unterstützte der TSV Jagel tatkräftig bei der Organisation und Versorgung der Besucher.

Den Ansturm auf die Toiletten nahm Danevirke Museumleiter Nis Hardt mit Gelassenheit. „Eben typisch dänisch“, sagte Hardt. Indes gab es in der Warteschlange zur Registrierung der Kurzstreckenläufer von einigen deutschen Teilnehmer ein lautstarkes Gemurre. Seine gute Laune ließ sich TSV-Kontroll-Stempel-Mann Uwe Twardogorski jedoch nicht verderben: „Das kennen wir schon.“ Das Schlusslicht des Marsches bildeten Frank Larsen und Thomas Møller aus Hørsens und Seeland mit ihren Fahrrädern: Mit rund einer Stunde Verspätung holten die beiden Dänen die Langsteckenläufer beim ersten Stopp in Idstedt wieder ein.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 07:45 Uhr

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