Schleswig : Schnitzeljagd der etwas anderen Art

Trafen am Herkules-Teich zusammen: beide Teams mit ihren Betreuern Morten Wegner ( hinten l.) und Farid Ahmadzai.
Trafen am Herkules-Teich zusammen: beide Teams mit ihren Betreuern Morten Wegner ( hinten l.) und Farid Ahmadzai.

Bei der Aktion des Jugendzentrums „Wie gut kennst du Schleswig?“ begaben sich Kinder mit Hilfe von GPS-Geräten auf eine Stadttour.

shz.de von
21. Juli 2015, 07:19 Uhr

„Puh, das ist gar nicht so einfach. Der Pfeil zeigt ständig in eine andere Richtung.“ Oscar (10) ließ sich davon aber nicht entmutigen. Er war einer von insgesamt elf Kindern, die gestern bei der Aktion „Wie gut kennst du Schleswig?“ vom Jugendzentrum mitgemacht haben. Mit je einem GPS-Gerät ausgestattet hatten zwei Teams von 14 bis 17 Uhr Zeit, verschiedene Orte in ganz Schleswig zu finden.

Und das war gar nicht so einfach: In dem GPS-Gerät, das etwa faustgroß ist, waren die Koordinaten aller Ziele gespeichert. Auf dem kleinen Bildschirm war eine Art Kompass zu sehen, dessen Nadel in Richtung der Zielkoordinaten zeigte. Allerdings war die Anzeige recht ungenau, sodass es manchmal am besten war, einfach mal ein paar Meter in eine Richtung zu laufen und dann auf die Reaktion der Nadel zu warten. Jugendzentrums-Betreuer Farid Ahmadzai war am Tag zuvor mit dem Fahrrad unterwegs, um die Koordinaten der insgesamt sieben Stationen abzuspeichern. Die Route führte die Kinder vom Jugendzentrum zum Oberlandesgericht über Schloss und Herkules-Teich bis hin zur Polizei und schließlich zurück zum Jugendzentrum. Ziel der Aktion war es, den Kindern „Teamarbeit beizubringen und Schleswig näher kennen zu lernen“, so Ahmadzai.

Die Geschwister Marit (9) und Marlies (11) aus Schleswig haben durch das Heft „Ferienspaß 2015“, das jedes Jahr von der Stadt herausgegeben wird, von der Aktion erfahren. „Wir haben es in der Schule bekommen und gleich alles angekreuzt, was wir interessant fanden. Geo-Caching wollten wir schon immer mal ausprobieren“, erzählte Marlies.

Zum Hintergrund: „Geo-Caching“ wurde vor etwa 15 Jahren in den USA erfunden und hat sich seitdem zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Online kann man die Koordinaten der sogenannten „Caches“ abrufen, dann macht man sich mit seinem GPS-Gerät auf die Suche. Ein „Cache“, zu deutsch etwa „geheimes Lager“, ist meist eine wasserfeste Box, die kleine Gegenstände enthält. Wer so eine Box findet, darf den Inhalt behalten, muss allerdings einen Gegenstand von ähnlichem Wert dorthin zurücklegen. Bei der gestrigen Aktion wurden allerdings keine „Schätze“ gesucht, lediglich Orte, obwohl das Ferienspaß-Heft das Gegenteil versprach. „Wir haben letztes Jahr Sachen versteckt, die meisten wurden allerdings vorher schon von anderen Leuten gefunden und mitgenommen, deswegen bekommen die Kinder ihre Belohnung diesmal im Anschluss.“

Da immer nur einer zur Zeit das GPS-Gerät halten durfte und der Rest mehr oder minder einfach nur hinterherlaufen konnte, war die Stimmung anfangs noch etwas verhalten. „Das ist voll langweilig. Ich kenn die Orte alle schon“, beschwerte sich Oscar. Elina (11) äußerte ebenfalls Kritik: „Ich hätte mir gewünscht, dass es bei jeder Station noch eine Frage gegeben hätte, die man dann beantworten muss.“ Doch es gab auch glückliche Zufälle: Emilia Sophie (10) und Giulia (10) wurden der selben Gruppe zugeteilt und schlossen direkt Freundschaft: „Wir kannten uns vorher nicht, aber verstehen uns super. Für uns hat sich die Aktion auf jeden Fall gelohnt.“

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